Be­völ­ke­rungs­wachs­tum geht wei­ter

UN: Über 11 Mrd Men­schen in 2100 

Neu­es­te Schät­zun­gen der UN (1) ge­hen da­von aus, dass das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum ent­ge­gen bis­he­ri­ger An­nah­men auch über die Mit­te des 21. Jahr­hun­derts hin­aus wei­ter­ge­hen wird. Der­zeit le­ben 7.5 Mrd Men­schen auf der Er­de, 2050 sol­len es 9.7 Mrd sein und für 2100 wird ei­ne Erd­po­pu­la­ti­on von 11.2 Mrd Men­schen er­war­tet. In ei­ni­gen Sze­na­ri­en wer­den so­gar über 12 Mrd Men­schen (2) er­war­tet. Das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum wird nach die­ser Pro­gno­se  na­he­zu aus­schließ­lich in den Ar­muts­re­gio­nen der ‘Drit­ten Welt’ er­fol­gen, wäh­rend die in­di­ge­ne Be­völ­ke­rung in den Wohl­stands­re­gio­nen schon jetzt ten­den­zi­ell schrumpft. Ins­be­son­de­re die Me­tro­po­len könn­ten aber auch im Nor­den und Wes­ten auf­grund des Zu­zugs von Mi­gran­ten wei­ter an­wach­sen. Die eth­ni­sche Zu­sam­men­set­zung der Be­völ­ke­rung dort wird sich dem­zu­fol­ge dras­tisch ver­än­dern.

Das stärks­te Be­völ­ke­rungs­wachs­tum wird für Afri­ka er­war­tet, des­sen An­teil an der Welt­be­völ­ke­rung sich in den kom­men­den gut 80 Jah­ren von heu­te 15% auf fast 40% ver­drei­fa­chen wird. In ab­so­lu­ten Zah­len wird sich die Be­völ­ke­rung in Afri­ka von heu­te ca. 1,2 Mrd auf et­wa 4,5 Mrd im Jahr 2100 so­gar ver­vier­fa­chen. 

Ani­ma­ti­on Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung seit Chris­ti Ge­burt (ab 0:43 min)

Ei­ne um­ge­kehr­te Ent­wick­lung ist für Eu­ro­pa zu er­war­ten. Nach ei­nem An­teil von 22% an der Welt­be­völ­ke­rung im Jah­re 1950 und ei­nem der­zei­ti­gen An­teil von rund 10% wer­den im Jah­re 2100 vor­aus­sicht­lich nur noch 6% der Welt­be­völ­ke­rung Eu­ro­pä­er sein. Je nach­dem, wie man Eu­ro­pä­er de­fi­niert (Juncker geht da wo­mög­lich nach dem Kri­te­ri­um der Haut­far­be ???), be­trägt der An­teil der Eu­ro­pä­er be­reits in we­ni­ger als 50 Jah­ren nur noch 5% der Welt­be­völ­ke­rung.

Für Deutsch­land er­war­ten die Sta­tis­ti­ker der UN nach der­zei­ti­gem Stand bis zum Jah­re 2100 ein Schrump­fen der Be­völ­ke­rung von heu­te 83 Mio auf dann nur noch 63 Mio – und das trotz be­reits ein­kal­ku­lier­ter, an­hal­ten­der Im­mi­gra­ti­on. Nicht ganz klar ist, ob bei die­sen Vor­her­sa­gen für Deutsch­land be­reits der dy­na­mi­sche ‘Mer­kel-Fak­tor’ in­klu­diert ist. Ganz oh­ne Ein­wan­de­rung wür­de die Be­völ­ke­rung in Deutsch­land aber noch weit­aus dra­ma­ti­scher auf gan­ze 23 Mio Men­schen schrump­fen.

Kon­zept der Glo­ba­li­sie­rung ge­schei­tert?

Mit dem Um­stand, dass das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum an­hält, ist aber auch das ge­sam­te Kon­zept der Glo­ba­li­sie­rung in Fra­ge ge­stellt. Der ‘Chef­den­ker’ der Glo­ba­li­sie­rung, Tho­mas P. M. Bar­nett, scheint sich zu ir­ren bzw. ge­irrt zu ha­ben. Bar­nett sag­te in sei­nem 2004 er­schie­ne­nen Buch ‘The Pen­ta­gons New Map’ (deutsch: Der Weg in die Welt­dik­ta­tur), wel­ches ei­nen Ent­wurf zur neu­en US-ame­ri­ka­ni­schen Geo­stra­te­gie dar­stellt und vie­len als Bi­bel der Glo­ba­li­sie­rung gilt, für Mit­te des 21. Jahr­hun­derts ein En­de des Be­völ­ke­rungs­wachs­tums auf ei­nem Höchst­stand von rund 9 Mrd Men­schen vor­aus. Als Grund für das En­de des Wachs­tums nahm er ein durch die Glo­ba­li­sie­rung be­wirk­tes welt­weit hö­he­res durch­schnitt­li­ches Wohl­stands­ni­veau an, wel­ches ein Ab­sin­ken der Ge­bur­ten­ra­ten zur Fol­ge ha­ben wür­de.

Dem scheint nun aber of­fen­bar doch nicht so zu sein. Selbst falls Sta­tis­ti­ken (Links 3, 4) zu­tref­fen soll­ten, dass die ex­trems­te Form der Ar­mut ab­neh­me und im­mer we­ni­ger Men­schen an Hun­ger stür­ben  (An­nah­men, die ich al­ler­dings mit gro­ßer Skep­sis zur Kennt­nis neh­me), scheint da­durch kein Wohl­stands­ni­veau er­reicht zu wer­den, wel­ches das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum nach­hal­tig bremst.

Ver­wal­tet die Po­li­tik, die zu­min­dest in Deutsch­land und Eu­ro­pa nach wie vor auf be­din­gungs­lo­se Glo­ba­li­sie­rung setzt, al­so nur noch ei­ne Il­lu­si­on oder gar ei­ne Lü­ge?

Al­dous Hux­ley und die Schö­ne Neue Welt

Al­dous Hux­ley, der Au­tor des Ro­mans ‘Bra­ve New World’ (‘Schö­ne Neue Welt’), der ne­ben ‘1984’ von Ge­or­ge Or­well wohl be­kann­tes­ten Dys­to­pie der Welt­li­te­ra­tur, im In­ter­view zu den The­men Be­völ­ke­rungs­wachs­tum und To­ta­li­ta­ris­mus

Ob mög­li­cher­wei­se Stress, Ent­frem­dung, Ver­ein­sa­mung und zu­neh­men­de Kri­mi­na­li­tät und Ge­walt im Kampf  ‘Je­der für sich und Gott ge­gen al­le’ in den an­wach­sen­den Me­tro­po­len und Krie­ge und Bür­ger­krie­ge in den be­völ­ke­rungs­rei­chen Re­gio­nen für ein En­de des Wach­sens oder gar ein Schrump­fen der mensch­li­chen Erd­po­pu­la­ti­on sor­gen wer­den? Ei­nes ist je­den­falls klar: In ei­nem gro­ßen Atom­krieg der Su­per­mäch­te oder auch nur zwi­schen Re­gio­nal­mäch­ten gibt es nur Ver­lie­rer. In den vie­len Bür­ger­krie­gen hin­ge­gen, die sich wie ei­ne Seu­che über den Erd­ball aus­brei­ten und im­mer mehr Staa­ten, Re­gio­nen und Ge­sell­schaf­ten er­fas­sen, sind die al­ler­meis­ten zwar auch Ver­lie­rer – aber es gibt eben auch ein paar Sie­ger …

Links
(1) Be­völ­ke­rungs­wachs­tum: Es wird eng auf der Er­de (AA)
(2) Die Be­völ­ke­rungs­ex­plo­si­on wird afri­ka­ni­scher (FAZ)
(3) Glo­bal Ex­tre­me Po­ver­ty (OWiM)
(4) Feel-Good-Num­bers (Flu­ter)
(5) Deutsch­land: 22,5 % mit MiHi (Zeit)
(6) Bun­des­re­gie­rung: 12 Mil­lio­nen Ein­wan­de­rer bis 2060 (ET)
(7) Falsch­mel­dun­gen über Zu­wan­de­rungs­zah­len nach D (EHN)
(8) Mer­kel ver­schweigt kei­nen ge­hei­men Flücht­lings­plan (Spie­gel)

Ti­tel­gra­fik:
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2 Kommentare

  1. […] Be­völ­ke­rungs­wachs­tum geht wei­ter – Schel­men­streich bei Al­dous Hux­ley und die Schö­ne Neue Welt […]

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  2. […] Uex­küll über die mit­ein­an­der in ei­nem en­gen Zu­sam­men­hang ste­hen­den The­men Be­völ­ke­rungs­wachs­tum, Staat­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on, Ge­bur­ten- und To­des­kon­trol­le so­wie […]

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