Co­ro­na: Ers­te All­ge­mei­ne Ver­un­si­che­rung

[Gast­bei­trag] Über­ra­schung. Al­li­an­zen und Ge­wiss­hei­ten? Da­hin! Al­les fühlt sich an­ders an. Zwar will Früh­ling ein­mar­schie­ren. Aber eben nicht wie sonst. Son­dern mit Am­sel, Dros­ten, Fink und Spahn. Statt Ti­ri­lie­ren nur noch Ge­schrei. Statt früh­jahrs­ge­putzt wird aus­ge­mis­tet. Ge­flucht, ge­schimpft, ent­freun­det und nach ge­ta­ner Des­in­fek­ti­on tri­um­phie­rend auf­ge­stampft. Seht her, ich ha­be Feu­er ge­macht. Mit dem Flam­men­wer­fer.

Über­haupt taucht das Wört­chen Ich jetzt ver­däch­tig oft auf. Denn das ICH will ei­gent­lich wie­der in den Arm ge­nom­men wer­den. Manch ei­ner gar von Mut­ti der Vir­tu­el­len. Oder vom lie­ben Gott weit dro­ben. Sei­ne Un­ter­göt­ter, die Hei­li­gen Ge­sand­ten des Al­tru­is­mus bit­ten jetzt um Spen­den. Für sich selbst. Das Brot mil­de lä­chelnd zu ver­tei­len, das an­de­re ge­ba­cken ha­ben, funk­tio­niert eben nur so­lan­ge wie über­haupt ge­ba­cken wird. Es wur­de zwar hier und da – vor al­lem hier – ge­warnt, aber die Ge­nug­tu­ung der Se­hen­den bleibt nun buch­stäb­lich im Hal­se ste­cken.

Ers­te All­ge­mei­ne Ver­un­si­che­rung: Ba-Ba- Bank­über­fall (Das Bö­se ist im­mer und über­all!)

Was die Welt im In­ners­ten zu­sam­men­hält? Uschi ist es je­den­falls nicht. Viel­mehr die tot­ge­sag­ten Na­tio­nen. Zwi­schen de­ren Le­bens­wirk­lich­kei­ten of­fen­bar Licht­jah­re zu lie­gen schei­nen. Ein As­tro­lo­ge wür­de mit Blick aufs Uni­ver­sum fest­stel­len, dass zum Bei­spiel Süd­ko­rea und Schwe­den in Op­po­si­ti­on ste­hen und dies kein gu­tes Zei­chen für die Zu­kunft sein kann. Ob­gleich auf bei­den Pla­ne­ten weit­ge­hend Un­be­sorgt­heit herrscht. Auf dem ei­nen wur­de ge­ra­de ei­ne Epi­de­mie be­siegt. Auf dem an­de­ren nimmt man de­ren Exis­tenz ein­fach nicht zur Kennt­nis. Bei­de Stra­te­gi­en fin­den ih­re Fans. So­viel Spek­trum darf sein.

Bei den para­po­li­ti­schen Welt­spie­len der Ge­gen­wart ver­sagt in­des je­des Vor­stel­lungs­ver­mö­gen. Man ahnt mehr als das man be­fürch­tet – be­son­ders dem om­ni­prä­sen­ten Welt­bür­ger mit deut­schen Wur­zeln wird sein mo­ra­li­sches Kar­ten­haus dem­nächst als Fels­sturz auf die Fü­ße fal­len. Zum Bei­spiel die Tat­sa­che, dass in der Ära nach Sar­ra­zin völ­lig un­klar ist, wer über­haupt zur so­zia­len Ge­mein­schaft ge­hört, die sich an ir­gend­wel­che Re­geln hal­ten soll. Ein Chi­ne­se ist ein Chi­ne­se. Er hat ein Land, ei­ne Re­gie­rung, ein Ge­sicht und die Ka­me­ra an der Am­pel stuft die­ses in Echt­zeit ei­nem zu­ge­hö­ri­gen, jun­gen, al­ten, ge­sun­den oder in­fi­zier­ten Kör­per zu. Per Code auf dem Han­dy gibt’s ei­ne kur­ze An­sa­ge, was für ihn geht und was nicht. Klar – so­was kommt dem Deut­schen nicht in die Al­di­tü­te. Aber was statt­des­sen?

Ers­te All­ge­mei­ne Ver­un­si­che­rung: Geld oder Le­ben

Was ei­gent­lich ist ein Deut­scher oder auch ein Eu­ro­pä­er? Wo en­det sein Land und wer re­giert es der­zeit über­haupt? Hat er ei­ne Kul­tur oder eher nicht? Ei­ne Mas­ken­kul­tur hat er nicht. Aber ei­ne Mul­ti-Kul­tur. Ob die hilft? Oder se­hen die Mas­ken hier nur an­ders aus als man so denkt? Wel­che sei­ner, im kom­mu­na­len Kar­tei­kas­ten ab­ge­leg­ten Iden­ti­tä­ten gilt im Zwei­fels­fall? Wo hat er sei­nen Wohn­sitz und sind dort An­ord­nun­gen über­haupt durch­setz­bar? Ist er wo­mög­lich di­vers und ge­hört da­mit nicht zur Ri­si­ko­grup­pe der al­ten wei­ßen Män­ner? Und vor al­lem – hat sein Han­dy noch Netz? Fra­gen über Fra­gen. Aber noch liegt uns Schwe­den nä­her als Süd­ko­rea. Deutsch­land, so heißt es in un­er­schüt­ter­li­cher Selbst­ge­wiss­heit, ist gut auf­ge­stellt. Co­ro­na geht vor­bei und dann ist Par­ty. Schaun wir mal…

Au­tor: Roc­co Burg­graf

Link

Ga­mes of Co­ro­na: Zum Exit geht’s durch die Mit­te!

Ti­tel­bild: NI­AID / CC BY

Hinterlassen Sie den ersten Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

neunzehn − 6 =