Das En­de ei­ner Schick­sals-, So­li­dar- und Wer­te­ge­mein­schaft

[Gast­bei­trag] Die deut­sche Ge­sell­schaft ver­stand sich bis 2015 als So­li­dar­ge­mein­schaft. Sie grün­de­te einst auf ei­nem Ge­sell­schafts­ver­trag, der in et­wa das Fol­gen­de be­sag­te:

“Al­le er­werbs­fä­hi­gen Bür­ger be­mü­hen sich, sich selbst und die ei­ge­nen Nach­kom­men durch Ar­beit zu er­näh­ren. Wer dies aus ir­gend­wel­chen Grün­den nicht schafft, für den kommt die So­li­dar­ge­mein­schaft (das heißt, der So­zi­al­staat) un­ter­stüt­zend auf. Wer die Leis­tun­gen des So­zi­al­staats in An­spruch nimmt, be­müht sich in die­ser Zeit (ei­gen­ver­ant­wort­lich) dar­um, die Not nicht grö­ßer wer­den zu las­sen (in­dem er bei­spiels­wei­se [kei­ne] wei­te­ren Nach­kom­men in die Welt setzt).”

Bis 2015 galt: Die­se So­li­dar­ge­mein­schaft ist ex­klu­siv. Sie un­ter­schei­det zwi­schen sol­chen, die da­zu ge­hö­ren und sol­chen, die nicht da­zu ge­hö­ren. Die Zu­ge­hö­rig­keit ist durch die Staats­bür­ger­schaft so­wie durch den recht­mä­ßi­gen Auf­ent­halt im Land de­fi­niert. Ei­ne Auf­nah­me Frem­der in die So­li­dar­ge­mein­schaft ist mög­lich, je­doch an Be­din­gun­gen ge­mäß Auf­ent­halts­ge­setz ge­knüpft. Die­se Be­din­gun­gen be­tref­fen ins­be­son­de­re die Fest­stel­lung der Iden­ti­tät und der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit (Auf­en­thG § 5) so­wie die per­sön­li­che Eig­nung (kei­ne Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit, kei­ne schwe­ren Straf­ta­ten, sie­he Auf­en­thG § 53).

Dar­über kann ei­ne Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung aus völ­ker­recht­li­chen, hu­ma­ni­tä­ren oder po­li­ti­schen Grün­den (Auf­en­thG, Ab­schnitt 5), aus wei­te­ren Grün­den so­wie bei ei­nem An­trag auf Asyl (Auf­en­thG § 10, AsylG) er­teilt wer­den. Durch ei­nen Zu­satz im GG (GG § 16a) wur­de die An­nah­me ei­nes Asyl­an­tra­ges je­doch an die Be­din­gung ge­knüpft, dass der An­trag­stel­ler nicht aus ei­nem Mit­glieds­land der EU oder ei­nem si­che­ren Dritt­staat ein­reist.

Kar­te der ger­ma­ni­schen Stäm­me zw. 50–100 n. Chr.

Die­ser Ge­sell­schafts­ver­trag wur­de mit der Grenz­öff­nung (Au­ßer­kraft­set­zung Dub­lin-Ab­kom­men, GG § 16a) und dem mas­sen­haf­ten Flücht­lings­zu­zug (und et­li­chen an­de­ren Ver­ein­ba­run­gen, die dem Bür­ger oft­mals nicht ein­mal be­kannt sind) ein­sei­tig auf­ge­kün­digt. Ab da hieß es auf ein­mal, dass die So­li­dar­ge­mein­schaft nicht nur für die ei­ge­nen Mit­glie­der, son­dern auch noch für al­le an­de­ren Men­schen der Welt auf­kom­men muss, so sie an­ge­ben, dass sie sich in Not be­fin­den. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel än­der­te in die­sem Zu­sam­men­hang auch den im Grund­ge­setz ver­wen­de­ten Be­griff des Vol­kes, in­dem sie et­wa das Fol­gen­de sag­te:

«Die Zeit der deut­schen Ein­heit, die Zeit als der Ei­ser­ne Vor­hang fiel, die Zeit als Eu­ro­pa zu­sam­men ge­wach­sen ist, war ei­ne wun­der­ba­re Zeit. Und des­halb gibt es auch kei­ner­lei Recht­fer­ti­gung, dass sich klei­ne Grup­pen aus un­se­rer Ge­sell­schaft an­ma­ßen, zu de­fi­nie­ren wer das Volk ist. Das Volk ist je­der, der in die­sem Lan­de lebt. Und das las­sen wir uns nicht neh­men.» (Quel­le: Bild)

Dem­nach bräuch­te ein Aus­län­der le­dig­lich il­le­gal die deut­sche Gren­ze pas­sie­ren und et­was von Asyl sa­gen, und schon wä­re er Teil des deut­schen Vol­kes be­zie­hungs­wei­se der deut­schen So­li­dar­ge­mein­schaft. “Ein­wan­de­rung in den So­zi­al­staat” wird die­se Form der Mi­gra­ti­on häu­fig auch ge­nannt. Sie ist strikt von ei­ner Mi­gra­ti­on zur Ar­beits­auf­nah­me zu un­ter­schei­den.

An­ge­la Mer­kel hat das Grund­ver­ständ­nis des­sen, was un­se­re Ge­sell­schaft ist und was sie zu­sam­men­hält, durch ih­re ein­sa­men Ent­schei­dun­gen und De­fi­ni­tio­nen grund­le­gend ver­än­dert. Ei­ne vor­he­ri­ge Ab­stim­mung mit den Bür­gern fand nicht statt.

Bei der Land­tags­wahl in Thü­rin­gen ha­ben fast 55 Pro­zent der Wäh­ler für die Lin­ke oder die AfD ge­stimmt, hin­ge­gen nur ca. 40 Pro­zent für die CDU, SPD, Grü­nen oder die FDP: Deut­li­cher kann der Un­mut über die Po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung und der so­ge­nann­ten Volks­par­tei­en kaum aus­ge­drückt wer­den.

So­lan­ge An­ge­la Mer­kel Bun­des­kanz­ler ist, dürf­te un­ser Land nicht mehr zur Ru­he kom­men. Dies soll­te auch Mer­kels ei­ge­ne Par­tei end­lich be­grei­fen. Für “un­er­wünsch­te” be­zie­hungs­wei­se “un­schö­ne” Wahl­er­geb­nis­se ist we­der die Lin­ke noch die AfD ver­ant­wort­lich, son­dern in ers­ter Li­nie Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel mit ih­rer au­to­kra­ti­schen Po­li­tik.

Au­tor: Gast

Bil­der: 
Ta­co Wit­te from Hol­land­Ta­co Wit­te [CC BY 2.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons
Zie­gel­bren­ner [CC BY-SA 3.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons

 

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