Die Par­tei­en, die Deut­schen und das fal­sche Le­ben im rich­ti­gen

De­mo­gra­phie & Re­pro­duk­ti­on: Stell Dir vor, ein Volk hat kei­ne Lust mehr und kei­nen interessiert’s.

Ist doch völ­lig Ba­na­ne, wer in der SPD oder an­ders­wo um den un­sicht­ba­ren Ele­fan­ten her­um tanzt, der im Raum steht. So­lan­ge das De­mo­gra­fie- Pro­blem der Deut­schen nicht the­ma­ti­siert wird, ist kei­ne Po­li­tik glaub­wür­dig.

Da­bei geht es gar nicht ein­mal dar­um, dass die Deut­schen so tol­le Ty­pen sind, auf die die Welt nicht ver­zich­ten könn­te. Es geht viel­mehr dar­um, dass ein Re­pro­duk­ti­ons- De­fi­zit ein Sym­ptom für ei­nen Man­gel an Ur­sprüng­lich­keit, Le­bens­freu­de und Zu­kunfts­ver­trau­en ist. Die Deut­schen ha­ben bei Ge­bur­ten­ra­ten von knapp über 1,3 Kin­dern pro Frau of­fen­bar im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes kei­ne Lust mehr. Kei­ne Lust auf Le­ben. Die Ita­lie­ner und Ja­pa­ner üb­ri­gens auch nicht. Ei­ne De­pres­si­on gan­zer Völ­ker? Ist es Zu­fall, dass die­se drei Län­der die Ver­lie­rer des WK2 sind?

‘Das wird man ja wohl noch sa­gen dür­fen’ oder ge­nau­er ge­sagt zum The­ma ma­chen und hin­ter­fra­gen dür­fen, wor­an das wohl lie­gen könn­te, oder lie­ber doch nicht? Ob es da struk­tu­rel­le Män­gel, ideo­lo­gi­sche Ver­wer­fun­gen, öko­no­mi­sche Fak­to­ren, un­ge­lös­te see­li­sche Kon­flik­te oder an­de­re Ur­sa­chen gibt, die man be­he­ben kann und auch soll­te? Oder muss man das, wie Po­li­tik und Par­tei­en in Deutsch­land es tun, als selbst­ver­ständ­lich und nicht der Re­de wert hin­neh­men? Als na­tür­li­chen Lauf der Din­ge? Ist ei­ne Ver­grei­sung und ein Da­hin­ster­ben ei­ner Ge­sell­schaft, die ih­ren Ze­nit über­schrit­ten hat und nun auf dem ab­stei­gen­den Ast ist, mü­de, leer und ver­braucht, ‘busi­ness as usu­al’? Ich den­ke nicht. Wie ei­ne Ge­sell­schaft mit ih­ren Al­ten und ih­ren Jun­gen um­geht, zeigt an, wie sie sich selbst wert­schätzt.

Wenn das Um­satz- und Ge­winn­wachs­tum ei­nes Un­ter­neh­mens oder das Wirt­schafts­wachs­tum ei­nes Lan­des mal für ein Quar­tal aus­bleibt, herrscht an der Bör­se Welt­un­ter­gangs­stim­mung, das Bie­nen- und Ar­ten­ster­ben wird rauf und run­ter dis­ku­tiert, der Kin­der­wunsch ein­zel­ner Paa­re oder Frau­en füllt hal­be Frau­en- Ma­ga­zi­ne und Jour­na­le. Doch die Kin­der­ar­mut ei­nes gan­zen Vol­kes ist ta­bu? Das The­ma De­mo­gra­fie po­li­tisch kor­rekt ge­ra­de­zu pa­nisch zu ver­drän­gen und strikt zu ver­mei­den, dar­über zu re­den, ist schlicht und ein­fach un­auf­rich­tig. Wer es den­noch tut, dem ist das Wohl des Vol­kes und der Ge­sell­schaft egal.

Kli­ma als Über­sprungs­hand­lung

Es ist doch ir­gend­wie merk­wür­dig, dass aus­ge­rech­net ein Volk oh­ne Zu­kunft – oder je­den­falls ei­nes, das in sei­ner sta­tis­tisch mess­ba­ren Le­bens- bzw. Re­pro­duk­ti­ons- Pra­xis kei­nen Glau­ben an die Zu­kunft er­ken­nen lässt, sich ge­ra­de­zu ob­ses­siv mit der Zu­kunft der gan­zen Welt, al­so al­ler an­de­ren, be­schäf­tigt, nur nicht mit der ei­ge­nen. Und das bei ei­nem Ein­fluss von ge­ra­de ein­mal 2%, den es auf das glo­ba­le Kli­ma hat!

Ist das ei­ne Über­tra­gung oder ei­ne Über­sprungs- Hand­lung, die auf ei­nem un­ge­lös­ten in­ne­ren Kon­flikt be­ruht? So in­ten­siv küm­mert sich nur ei­ne kin­der­lo­se oder un­frucht­ba­re Frau um das Kind ih­rer Schwes­ter oder der Nach­ba­rin. Und wenn das pa­tho­lo­gisch wird, dann kann es so­gar pas­sie­ren, dass sie ei­nes Ta­ges ein Kind ent­führt und es als ihr ei­ge­nes aus­gibt.

‘Wir sind doch al­le ge­stört!’ Psych­ia­ter Dr. Maaz über „Das Fal­sche Le­ben“. Zu­satz­link:  Joa­chim Maaz: “Wir dür­fen nicht sein, wie wir sein möch­ten” (You­Tube / MDR)

Kin­der als Kar­rie­re- Knick

Kom­men­tar ei­nes fb- Freun­des: “Die mo­der­nen Eu­ro­pä­er ha­ben ein ganz ein­fa­ches Pro­blem: Sie wis­sen nicht mehr, wie man sich nach­hal­tig re­pro­du­ziert. Auf­ge­kom­men ist das Pro­blem mit der be­deu­tends­ten Er­fin­dung des 20. Jahr­hun­dert, der Pil­le, und der dar­auf auf­bau­en­den größ­ten so­zia­len Ver­än­de­rung der letz­ten 15.000 Jah­re, der Eman­zi­pa­ti­on der Frau­en. Seit­dem ist es für Men­schen um­so un­vor­teil­haf­ter, Kin­der zu ha­ben, je hö­her ih­re Qua­li­fi­ka­tio­nen und be­ruf­li­chen An­for­de­run­gen sind.

War­um konn­te sich Deutsch­land nach dem 2. Welt­krieg so schnell re­ge­ne­rie­ren und auch die zer­stör­te In­fra­struk­tur wie­der auf­bau­en? Ant­wort: Weil der größ­te Teil der deut­schen Hu­man­kom­pe­ten­zen noch vor­han­den war. Heu­te ist man da­ge­gen nicht ein­mal mehr in der La­ge, die ele­men­tars­te In­fra­struk­tur (z. B. Schu­len, Brü­cken, Stra­ßen) an­ge­mes­sen zu be­wah­ren, von ei­nem Neu­auf­bau (schnel­les In­ter­net, BER) ganz zu schwei­gen.

Wir soll­ten der Tat­sa­che ins Au­ge schau­en: Eu­ro­pa al­tert und de­qua­li­fi­ziert. Wei­te­re Er­klä­run­gen braucht es nicht. Man­che (wie ich) ha­ben seit vie­len vie­len Jah­ren auf die­ses Pro­blem hin­ge­wie­sen. Lei­der fan­den sie kein Ge­hör, weil al­le zu sehr mit an­de­ren The­men be­schäf­tigt wa­ren. Ei­ne Ret­tung gibt es m. E. jetzt nicht mehr, zu­mal das The­ma von kei­ner ein­zi­gen Par­tei adres­siert wird (auch von der AfD nicht).”

Der neue Fe­mi­nis­mus – Hans-Joa­chim Maaz im Nuo­Vi­so Talk

Link:

Hu­re oder Haus­frau? Das Di­lem­ma der Gleich­stel­lung

Frau­en­tag: Das Di­lem­ma der Gleich­stel­lung

Ti­tel­bild: Hein­rich Zil­le [Pu­blic do­main], via Wi­ki­me­dia Com­mons

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