Do­nald Trump: At­ta­cke auf das Es­ta­blish­ment

Heu­te fin­den in den USA die Prä­si­dent­schafts­wah­len statt. Der ‘Un­der­dog’ und ‘Bad Boy’ Do­nald Trump tritt im Kampf um das wei­ße Haus an ge­gen ‘Wall­street’ Hil­la­ry Clin­ton, die Ver­tre­te­rin des Es­ta­blish­ments, der In­sti­tu­tio­nen und der Ban­ken. Nun ja, auch Trump ist ein Im­mo­bi­li­en-Ty­coon und Mil­li­ar­där und ge­hört in­so­fern zum Es­ta­blish­ment, al­ler­dings wohl nicht zum eta­blier­ten po­li­ti­schen Sys­tem und zum Macht­kar­tell et­wa des be­rühmt be­rüch­tig­ten ‘Mi­li­tä­risch-Indstri­el­len Kom­ple­xes’ in Wa­shing­ton.

Die Chan­cen von Do­nals Trump auf das ver­mut­lich wich­tigs­te po­li­ti­sche Amt der Welt wer­den als eher ge­ring ein­ge­schätzt. Wohl nicht zu­letzt des­halb, weil er je­den­falls ver­bal den Eta­blier­ten in Po­li­tik, Me­di­en, In­dus­trie und der mäch­ti­gen Fi­nanz­wirt­schaft den Kampf an­ge­sagt, wenn nicht gar den Krieg er­klärt hat und sich auf die Sei­te der ein­fa­chen Bür­ger ge­stellt hat. Ei­nen ver­gleich­ba­ren Ab­schnitt aus ei­ner Re­de von Do­nald Trump wie den un­ten auf­ge­führ­ten hät­te wohl auch Ru­di Dutsch­ke 1968 vor­tra­gen kön­nen.

Nicht nur in den USA, auch in Eu­ro­pa und an­ders­wo ist ei­ne zu­neh­men­de Ent­frem­dung zwi­schen den Eli­ten und den ein­fa­chen Bür­gern zu be­ob­ach­ten. Da­für ist we­ni­ger der zu­neh­men­de Reich­tum ei­ni­ger we­ni­ger, son­dern die zu­neh­men­de Ver­elen­dung im­mer grö­ße­rer Tei­le der Ge­sell­schaft ver­ant­wort­lich, ins­be­son­de­re das schein­bar un­auf­halt­sa­me Schrump­fen und der Ab­stieg der Mit­tel­schicht in Rich­tung Pre­ka­ri­at und das Ab­rut­schen der Un­ter­schicht hin zum Lum­pen­pro­le­ta­ri­at. Ei­ne Eli­te sägt aber am ei­ge­nen Ast, macht sich selbst über­flüs­sig, wenn sie zwar ger­ne Pri­vi­le­gi­en wahr­nimmt, aber nicht be­reit oder in der La­ge da­zu ist, Ver­ant­wor­tung für die Lö­sung ge­sell­schaft­li­cher Pro­ble­me zu über­neh­men und da­mit das Wohl­erge­hen der ein­fa­chen Bür­ger zu si­chern.

Das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum in den ar­men Län­dern, der Er­halt der Um­welt und  Le­bens­grund­la­gen so­wie die Schaf­fung und Si­che­rung von men­schen­wür­di­gen Le­bens­be­din­gun­gen für al­le Men­schen sind die glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen die­ser Zeit. Wer po­li­ti­sche oder wirt­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung trägt, wird sich dar­an mes­sen las­sen müs­sen, in wel­chem Maß er die­sen An­for­de­run­gen ge­recht wird. Ge­lingt es nicht, die­se Auf­ga­ben zu be­wäl­ti­gen, so ge­hen wir vor­aus­sicht­lich Sze­na­ri­en ent­ge­gen, wie sie in  Dys­to­pi­en wie ‘1984’, ‘Bra­ve New World’ oder an­de­ren, oft­mals fu­tu­ris­tisch an­ge­rei­cher­ten Welt­un­ter­gangs­sze­na­ri­en be­schrie­ben sind, die be­reits heu­te in Tei­len der Welt Wirk­lich­keit sind und sich in im­mer mehr Re­gio­nen und Me­tro­po­len zu­min­dest ab­zeich­nen.

Re­de (Aus­zug) von Do­nald Trump, 14.10.2016, Flo­ri­da

Es gibt nichts, was das po­li­ti­sche Es­ta­blish­ment nicht tun wür­de, sie wür­den vor kei­ner Lü­ge zu­rück­schre­cken, um ihr Pres­ti­ge und ih­re Macht zu er­hal­ten - auf eu­re Kos­ten. Und ge­nau das pas­siert ge­ra­de. Das Es­ta­blish­ment in Wa­shing­ton und die Fi­nanz- und Me­di­en­kon­zer­ne, die es fi­nan­zie­ren, ha­ben nur ei­nen Zweck: Sich selbst ab­zu­si­chern und zu be­rei­chern. Für das Es­ta­blish­ment ste­hen bei die­ser Wahl Mil­li­ar­den von Dol­lar auf dem Spiel. Ein ein­zi­ges Han­dels­ab­kom­men et­wa, das sie ver­ab­schie­den wol­len, um­fasst meh­re­re Mil­li­ar­den Dol­lar, kon­trol­liert von vie­len Län­dern, Kon­zer­nen und Lob­by­is­ten. Die­je­ni­gen, die die He­bel der Macht in Wa­shing­ton kon­trol­lie­ren und die glo­ba­len Ver­tre­ter von Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen kol­la­bo­rie­ren mit die­sen Leu­ten, die nicht eu­er Wohl im Sinn ha­ben. Un­se­re Kam­pa­gne ist für sie ei­ne ech­te exis­ten­zi­el­le Be­dro­hung, wie sie sie nie zu­vor er­lebt ha­ben.

Das hier ist nicht ein­fach ei­ne wei­te­re die­ser al­le vier Jah­re statt­fin­den­den Wah­len. Wir ste­hen am Schei­de­weg der Ge­schich­te un­se­rer Zi­vi­li­sa­ti­on, an dem ent­schie­den wird, ob wir, das Volk, uns die Kon­trol­le über un­se­re Re­gie­rung zu­rück­ho­len oder nicht. Das po­li­ti­sche Es­ta­blish­ment, das ver­sucht, uns auf­zu­hal­ten, das sind die sel­ben Leu­te, die für un­se­re ka­ta­stro­pha­len Han­dels­ab­kom­men, il­le­ga­le Ein­wan­de­rung in gro­ßem Um­fang so­wie für ei­ne Wirt­schafts- und Au­ßen­po­li­tik ver­ant­wort­lich sind, die un­ser Land aus­ge­blu­tet ha­ben. Für sie be­deu­tet das Krieg, und sie hal­ten sich in die­sem Krieg an kei­ner­lei Re­geln.

Das hier ist ein Kampf ums Über­le­ben un­se­res Lan­des. Das könnt ihr mir glau­ben. Die Wahl wird ent­schei­den, ob wir ei­ne freie Na­ti­on sind oder ob wir nur die Íl­lu­si­on von De­mo­kra­tie ha­ben, tat­säch­lich je­doch von ei­ner klei­nen, glo­ba­len Lob­by­is­ten­grup­pe be­herrscht wer­den, die das Sys­tem ma­ni­pu­liert. Und das Sys­tem wird ma­ni­pu­liert. Das ist die Rea­li­tät. Ihr wisst es, die wis­sen es, ich weiß es und qua­si die gan­ze Welt weiß es. Das Es­ta­blish­ment und sei­ne Me­di­en, die das al­les er­mög­li­chen, kon­trol­lie­ren die­ses Land mit Me­tho­den, die wohl­be­kannt sind. Je­der, der ih­re Kon­trol­le in Fra­ge stellt, ist ein Se­xist, ein Ras­sist, ein Frem­den­has­ser und mo­ra­lisch ver­kom­men. Sie wer­den euch an­grei­fen, Sie wer­den euch ver­leum­den, sie wer­den ver­su­chen, eu­re Kar­rie­ren und eu­re Fa­mi­lie zu zer­stö­ren. Sie wer­den ver­su­chen, al­les in eu­rem Le­ben zu de­mo­lie­ren, in­klu­si­ve eu­ren Ruf. Sie wer­den lü­gen, lü­gen und noch­mals lü­gen. Und sie wer­den auch noch viel Schlim­mer­ses ma­chen. Sie wer­den al­les zun, was nö­tig ist. Die Clin­tons sind Ver­bre­cher. Den­ken sie dar­an: Sie sind Ver­bre­cher.

Un­se­re groß­ar­ti­ge Zi­vi­li­sa­ti­on hier in Ame­ri­ka und in der ge­sam­ten zi­vi­li­sier­ten Welt steht vor ei­nem Mo­ment der Ab­rech­nung. Wir ha­ben das in Groß­bri­tan­ni­en ge­se­hen, wo die Bür­ger da­für ge­stimmt ha­ben, sich von ei­ner glo­ba­len Re­gie­rung, glo­ba­len Han­dels­ab­kom­men und glo­ba­len Ein­wan­de­rungs­be­stim­mun­gen zu be­frei­en, die ih­re Sou­ve­rä­ni­tät und vie­le der be­tei­lig­ten Na­tio­nen zer­stört ha­ben. Aber die Zen­tra­le der glo­ba­len po­li­ti­schen Macht be­fin­det sich di­rekt hier in Ame­ri­ka. Und ge­ra­de un­ser kor­rup­tes po­li­ti­sches Es­ta­blish­ment ist die trei­ben­de Kraft hin­ter den Be­mü­hun­gen um ei­ne ra­di­ka­le Glo­ba­li­sie­rung und die Ent­mün­di­gung der Werk­tä­ti­gen. Ih­re fi­nan­zi­el­len Res­sour­cen sind ge­ra­de­zu un­be­grenzt. Ih­re po­li­ti­schen Res­sour­cen sind un­be­grenzt. Ih­re me­dia­len Res­sour­cen sind un­er­reicht. Und am Wich­tigs­ten: Ihr Man­gel an je­der Mo­ral ist völ­lig gren­zen­los.

Für die­je­ni­gen, die bis hier­her durch­ge­hal­ten ha­ben, zur Be­loh­nung (oder zur Stra­fe?) mal die (ei­ne?) kom­plet­te Re­de vom ‘Bad Boy’… 😉

Links:
Wer Clin­ton wählt, wählt den Krieg?
Trump wird nicht er­laubt, zu ge­win­nen
Wir le­ben mit­ten im Welt­krieg

Bild oben:
Do­nald und sei­ne Frau Me­la­nia Trump, Pho­to by By Marc No­zell from Merri­mack, New Hamp­shire, USA (20160208-DSC08078) [CC BY 2.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons

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  1. […] At­ta­cke auf das Es­ta­blish­ment Trump stellt Wei­chen: Mer­kels Land letz­te […]

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