Das The­ma Ein­wan­de­rung und In­te­gra­ti­on in CDU-Wahl­pro­gram­men im Wan­del der Zeit

Die Aus­sa­gen bzgl. Ein­wan­de­rung und In­te­gra­ti­on in den je­wei­li­gen CDU-Wahl­pro­gram­men für die Bun­des­tags­wah­len seit dem Jahr 2002 - ‘Re­gie­rungs­pro­gram­me ge­nannt - un­ter­la­gen im Lau­fe der Zeit ei­nem Wan­del. Nach­fol­gend ei­ni­ge Kern­aus­sa­gen der je­wei­li­gen Pro­gram­me, die den Wan­del do­ku­men­tie­ren und an­hand de­rer man sich ein Ur­teil dar­über bil­den kann, in­wie­weit sie um­ge­setzt wur­den.

Drei Aus­sa­gen sind in fast al­len Wahl­pro­gram­men ent­hal­ten, auch im ak­tu­el­len für die Le­gis­la­tur­pe­ri­ode 2017 bis 2021: Der staat­li­che An­spruch auf Steue­rung und Be­gren­zung von Ein­wan­de­rung, die For­de­rung nach In­te­gra­ti­on der Ein­wan­de­rer in die deut­sche Ge­sell­schaft und die Ab­leh­nung von Ein­wan­de­rung in die So­zi­al­sys­te­me. Le­dig­lich der Wil­le zur Be­gren­zung von Zu­wan­de­rung ist im Pro­gramm für 2013 - 2017 nicht auf­find­bar …

Re­gie­rungs­pro­gramm für 2017 - 2021

Par­tei­vor­sit­zen­de und Spit­zen­kan­di­da­tin: An­ge­la Mer­kel
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S. 11: Den Fach­kräf­te­zu­zug nach Deutsch­land ha­ben wir in den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­reits er­heb­lich ver­bes­sert und ver­ein­facht. Die­ser Be­darf wird in den nächs­ten Jah­ren wei­ter stei­gen […]

Des­halb braucht Deutsch­land ein Re­gel­werk zur Steue­rung von Ein­wan­de­rung in den Ar­beits­markt, das sich am Be­darf un­se­rer Volks­wirt­schaft ori­en­tiert. Ein sol­ches „Fach­kräf­te-Zu­wan­de­rungs­ge­setz“ wird die be­reits be­stehen­den Re­ge­lun­gen zu­sam­men­fas­sen und, wo nö­tig, ef­fi­zi­en­ter ge­stal­ten. Vor­aus­set­zung sind der Nach­weis ei­nes kon­kre­ten Ar­beits­plat­zes und die Si­che­rung des Le­bens­un­ter­halts. Ei­ne Ein­wan­de­rung in die so­zia­len Si­che­rungs­sys­te­me leh­nen wir ab. Mit ei­ner klug ge­steu­er­ten und be­grenz­ten Ein­wan­de­rungs­po­li­tik für Fach­kräf­te un­ter­stüt­zen wir die Schaf­fung von Ar­beits­plät­zen in Deutsch­land und ver­rin­gern spür­bar die At­trak­ti­vi­tät von il­le­ga­ler Ein­wan­de­rung und Mi­gra­ti­on.

S. 63: Wir wol­len, dass die Zahl der Flücht­lin­ge, die zu uns kom­men, dau­er­haft nied­rig bleibt. Das macht es mög­lich, dass wir un­se­ren hu­ma­ni­tä­ren Ver­pflich­tun­gen durch Re­sett­le­ment und Re­lo­ca­ti­on nach­kom­men.

S. 70: Dar­über hin­aus ist je­des Land an­ge­wie­sen auf ein ei­ni­gen­des Band in Form von in­ne­rem Zu­sam­men­halt und Iden­ti­tät. Dies ist un­se­re frei­heit­li­che Leit­kul­tur, die wir be­wah­ren und stär­ken: Für die Ge­gen­wart und für die Zu­kunft. Die Leit­kul­tur ist ei­ne un­ge­schrie­be­ne Vor­aus­set­zung für ein gu­tes Zu­sam­men­le­ben in Deutsch­land. Des­halb tre­ten Staat, Po­li­tik und Ge­sell­schaft, für sie ein und för­dern sie:

Zu un­se­rem Land ge­hö­ren al­te und neue Deut­sche, Men­schen mit und oh­ne deut­schen Pass, mit und oh­ne Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund.

S. 74: In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat Deutsch­land vie­le Men­schen aus un­ter­schied­li­chen Län­dern und Kul­tur­krei­sen auf­ge­nom­men. Wir wol­len, dass die­je­ni­gen, die dau­er­haft oder für ei­ni­ge Jah­re in Deutsch­land le­ben, sich in un­se­re Ge­sell­schaft in­te­grie­ren und Teil von ihr wer­den. Hier­für fol­gen wir dem An­satz des For­derns und För­derns. Da­zu stre­ben wir den Ab­schluss von ver­bind­li­chen In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen an.

Wer sich der In­te­gra­ti­on ver­wei­gert und un­se­re Rechts­ord­nung miss­ach­tet, muss mit Kon­se­quen­zen rech­nen, die bis zum Ver­lust der Auf­ent­halts­be­rech­ti­gung rei­chen kön­nen.

Die dau­er­haf­te dop­pel­te Staats­bür­ger­schaft muss im­mer die Aus­nah­me blei­ben.

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Re­gie­rungs­pro­gramm für 2013 - 2017

Par­tei­vor­sit­zen­de und Spit­zen­kan­di­da­tin: An­ge­la Mer­kel
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S. 41: Ein all­ge­mei­nes kom­mu­na­les Wahl­recht für Aus­län­der leh­nen wir ab. […]. Ei­ne ge­ne­rel­le Hinnah­me dop­pel­ter Staats­bür­ger­schaf­ten leh­nen wir ab.

Wer un­se­re Un­ter­stüt­zung will, muss durch sein Verhal­ten den Wil­len zur In­te­gra­ti­on deut­lich ma­chen. Wer sich sei­nen Pflich­ten ent­zieht, muss mit Fol­gen für sei­nen Auf­ent­halts­sta­tus und sei­ne Leis­tungs­an­sprü­che rech­nen.

CDU und CSU ste­hen für ei­ne an den Be­dürf­nis­sen und In­ter­es­sen un­se­res Lan­des aus­ge­rich­te­te Zu­wan­de­rungs­po­li­tik. Die Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on müs­sen auch künf­tig die Zu­stän­dig­keit be­hal­ten, über Zu­wan­de­rung in na­tio­na­ler Ver­ant­wor­tung ent­schei­den zu kön­nen.

S. 42: Ei­ne Zu­wan­de­rung, die dar­auf ge­rich­tet ist, die eu­ro­päi­sche Frei­zü­gig­keit zu miss­brau­chen und die so­zia­len Si­che­rungs­sys­te­me un­se­res Lan­des aus­zu­nut­zen, leh­nen wir ab.

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Re­gie­rungs­pro­gramm für 2009 - 2013

Par­tei­vor­sit­zen­de und Spit­zen­kan­di­da­tin: An­ge­la Mer­kel
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S. 48: Deutsch­land ist In­te­gra­ti­ons­land. Die In­te­gra­ti­on der Men­schen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ist für Deutsch­land ei­ne Schlüs­sel­auf­ga­be. Die von uns durch­ge­setz­te Be­gren­zung und Steue­rung der Zu­wan­de­rung hat ei­nen Kon­sens über In­te­gra­ti­on in Deutsch­land mög­lich ge­macht. […]

S. 50: Die EU-Mit­glied­staa­ten müs­sen auch künf­tig die Zu­stän­dig­keit be­hal­ten, über Zu­wan­de­rung in na­tio­na­ler Ver­ant­wor­tung ent­schei­den zu kön­nen. Die Be­stre­bun­gen der EU, das Asyl­recht EU-weit wei­test­ge­hend ein­heit­lich zu re­geln, wür­den zu ei­ner Auf­wei­chung des deut­schen Asyl­kom­pro­mis­ses füh­ren. Wir leh­nen sie des­halb ab.

Ein ge­ne­rel­les kom­mu­na­les Wahl­recht für Aus­län­der leh­nen wir ab […]. Statt­des­sen wer­ben wir da­für, dass Aus­län­der, die schon über Jah­re in Deutsch­land le­ben, ar­bei­ten und gut in­te­griert sind, die Mög­lich­keit nut­zen, un­se­re Staats­bür­ger­schaft an­zu­neh­men […].

Ei­ne ge­ne­rel­le Hin­nah­me dop­pel­ter Staats­bür­ger­schaf­ten leh­nen wir […] da­bei ab.

S. 51: Frau­en mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund spie­len für die In­te­gra­ti­on von Zu­wan­de­rer­fa­mi­li­en ei­ne zen­tra­le Rol­le. Da­her ste­hen wir Frau­en im In­te­gra­ti­ons­pro­zess zur Sei­te und stär­ken Zu­wan­de­rin­nen, die sich in ei­ner Not­si­tua­ti­on be­fin­den. […]. 

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Re­gie­rungs­pro­gramm für 2005 - 2009

Par­tei­vor­sit­zen­de und Spit­zen­kan­di­da­tin: An­ge­la Mer­kel
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S. 34: Deutsch­land ist ein gast­freund­li­ches und welt­of­fe­nes Land. Vie­le der hier le­ben­den Aus­län­der ha­ben sich in­te­griert und leis­ten ih­ren Bei­trag zur All­ge­mein­heit. Es gibt aber auch Zu­wan­de­rer aus frem­den Kul­tur­krei­sen mit er­heb­li­chen In­te­gra­ti­ons­de­fi­zi­ten. Weit über­durch­schnitt­li­che Ar­beits­lo­sen­quo­ten, vie­le Mi­gran­ten­kin­der oh­ne schu­li­schen Ab­schluss, Ghet­to­bil­dung und ei­ne Ent­wick­lung von Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten und ei­ne häu­fig selbst ge­wähl­te Ab­gren­zung aus­län­di­scher Ju­gend­li­cher von der deut­schen Ge­sell­schaft sind Alarm­si­gna­le für den so­zia­len Frie­den im Land. […]

Wir wer­den die Zu­wan­de­rung in den Ar­beits­markt auf Man­gel­be­ru­fe und auf Aus­län­der be­gren­zen, die in Deutsch­land zu Spit­zen­leis­tun­gen in Wis­sen­schaft und For­schung, Wirt­schaft und Kul­tur bei­tra­gen kön­nen.

Wir wer­den die In­te­gra­ti­on kon­se­quent vor­an­trei­ben. Wir wer­den die Teil­nah­me an In­te­gra­ti­ons­kur­sen von Aus­län­dern kon­se­quent ein­for­dern und das recht­li­che In­stru­men­ta­ri­um  da­für  nut­zen.

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Re­gie­rungs­pro­gramm für 2002 - 2006

Par­tei­vor­sit­zend: An­ge­la Mer­kel, Spit­zen­kan­di­dat: Ed­mund Stoi­ber
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Pa­pier AZ Zu­wan­de­rung: In­te­gra­ti­on för­dern – Zu­wan­de­rung steu­ern und be­gren­zen - (Er­satz­link)

Der Schutz der na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen und die Be­wah­rung der Schöp­fung sind Kern­an­lie­gen der Po­li­tik von CDU und CSU. Un­ser Leit­bild ist ei­ne nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung, die den wirt­schaft­li­chen und so­zia­len Wohl­stand mit der Er­hal­tung von Na­tur und Um­welt in Ein­klang bringt.

Zu­sam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl und ein auf­ge­klär­ter Pa­trio­tis­mus, al­so ein po­si­ti­ves Ver­hält­nis zur Na­ti­on, sind ei­ne Grund­la­ge, auf die für die ge­mein­sa­me Ge­stal­tung ei­ner gu­ten Zu­kunft nicht ver­zich­tet wer­den kann.

„Deutsch­land soll sei­ne Iden­ti­tät be­wah­ren. Die von Rot-Grün be­trie­be­ne Um­ge­stal­tung in ei­ne mul­ti­kul­tu­rel­le Ein­wan­de­rer­ge­sell­schaft leh­nen wir ab.

“Deutsch­land muss Zu­wan­de­rung stär­ker steu­ern und be­gren­zen als bis­her. Zu­wan­de­rung kann kein Aus­weg aus den de­mo­gra­fi­schen Ver­än­de­run­gen in Deutsch­land sein. Wir er­tei­len ei­ner Aus­wei­tung der Zu­wan­de­rung aus Dritt­staa­ten ei­ne kla­re Ab­sa­ge, denn sie wür­de die In­te­gra­ti­ons­fä­hig­keit un­se­rer Ge­sell­schaft über­for­dern. Ver­stärk­te Zu­wan­de­rung wür­de den in­ne­ren Frie­den ge­fähr­den und ra­di­ka­len Kräf­ten Vor­schub leis­ten.”

“Die Au­ßen­gren­zen der Eu­ro­päi­schen Uni­on müs­sen ge­gen il­le­ga­le Zu­wan­de­rung und or­ga­ni­sier­te Ein­schleu­sung ge­si­chert wer­den. Wir wer­den auf ei­ne ef­fi­zi­en­te­re Zu­sam­men­ar­beit von Grenz­schutz, Po­li­zei und Jus­tiz der be­tei­lig­ten Län­der hin­wir­ken.”

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Links:
Axel Retz: „Wie­so gilt die AfD ei­gent­lich als ras­sis­tisch?“ Ein Blick ins Wahl­pro­gramm der CDU von 2002 (Epoch Times)
96 Pro­zent „un­zu­frie­den“ mit Mer­kels Flücht­lings­po­li­tik (Epoch Times)

Ti­tel­bild: By Olaf Kosin­sky (Own work) [CC BY-SA 3.0 de], via Wi­ki­me­dia Com­mons

1 Kommentar

  1. - Leit­kul­tur
    - Steue­rung und Be­gren­zung der Ein­wan­de­rung
    - Kei­ne Ein­wan­de­rung in die So­zi­al­sys­te­me.
    - Deutsch­land soll sei­ne Iden­ti­tät be­wah­ren. Die von Rot-Grün be­trie­be­ne Um­ge­stal­tung in ei­ne mul­ti­kul­tu­rel­le Ein­wan­de­rer­ge­sell­schaft leh­nen wir ab.
    - Die Au­ßen­gren­zen der Eu­ro­päi­schen Uni­on müs­sen ge­gen il­le­ga­le Zu­wan­de­rung und or­ga­ni­sier­te Ein­schleu­sung ge­si­chert wer­den.

    Si­cher, dass das nicht das AfD-Pro­gramm ist?

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