Es gibt kei­ne rich­ti­gen Sie­ger in ei­nem fal­schen Spiel

No­tiz zum Streit zwi­schen See­ho­fer und Mer­kel in der Asyl­kri­se.

Ich schät­ze, es kommt heu­te nicht zu ei­nem Bruch zwi­schen Mer­kel und See­ho­fer, CDU und CSU. Man wird ei­nen Kom­pro­miss fin­den. Es wird Zu­rück­wei­sun­gen an den Gren­zen ge­ben, aber nicht so­fort, son­dern es wird zu­vor ei­ne Art Vor­war­nung bzw. An­kün­di­gung an die Nach­bar­län­der und Ab­spra­chen mit ih­nen ge­ben. In 2 Wo­chen oder so geht es dann los. Im Prin­zip ist das so­gar ver­nünf­tig.

Mer­kel hat dann noch 14 Ta­ge Zeit, ge­sichts­wah­rend an ih­rer ‘eu­ro­päi­schen Lö­sung’ zu ar­bei­ten. Ei­ne ‘gro­ße’, al­so all­ge­mei­ne eu­ro­päi­sche Lö­sung mit Quo­ten etc., wird es (so rasch) nicht ge­ben, aber Mer­kel wird wo­mög­lich die ei­ne oder an­de­re bi­la­te­ra­le Ver­ein­ba­run­gen zu­stan­de brin­gen, mit de­nen sie ei­nen halb­wegs schö­nen Schein wah­ren kann, aber sie wird nicht ver­hin­dern kön­nen, dass das Schei­tern ih­rer und der eu­ro­päi­schen Asyl-, Flücht­lings- und Mi­gra­ti­ons­po­li­tik der EU- Kom­mis­si­on im­mer of­fen­kun­di­ger wird.

Mar­kus Söder (CSU, MP Bay­ern) zum Asyl­streit zwi­schen CDU und CSU

Das gan­ze ‘Sys­tem Mer­kel’, wel­ches sich im Lau­fe der Jah­re mehr und mehr auf Hin­ter­zim­mer­po­li­tik und das Po­lie­ren glän­zen­der Fas­sa­den in po­tem­kin­schen Dör­fern be­schränk­te, ist an sei­ner Ober­gren­ze an­ge­langt: Die Sub­stanz un­ter der bun­ten Far­be ist zer­brö­selt und auf­ge­braucht, die Un­mo­ral von par­ti­ku­la­ren In­ter­es­sen und Macht kommt un­ter dem Fir­nis der Hy­bris po­li­ti­scher Hy­per­mo­ral un­über­seh­bar zum Vor­schein.

Gott­fried Cu­rio (AfD) im Bun­des­tag zur Asyl-, Flücht­lings- und Mi­gra­ti­ons­po­li­tik

Viel än­dern wird sich so rasch nichts, da es nach wie vor kei­ner­lei eu­ro­päi­sche Kon­trol­le über oder gar Schutz der EU- Au­ßen­gren­zen gibt und auch die Idee von Tran­sit­la­gern in­ner­halb oder au­ßer­halb Eu­ro­pas nicht mit dem nö­ti­gen Nach­druck ver­folgt wird. Im Os­ten bleibt die Tür­kei der mehr oder min­der zu­ver­läs­si­ge Tür­ste­her, im Sü­den gibt es au­ßer viel­leicht ein paar win­di­gen Ab­spra­chen mit z.T. sehr frag­wür­di­gen Re­gimes oder gar War­lords noch im­mer prak­tisch nie­man­den, der den Asyl­strom aus Afri­ka stoppt. Wenn es so wei­ter­geht, wer­den am En­de al­le ver­lie­ren: Die Flücht­lin­ge, die da­heim ge­blie­be­nen Frau­en, Kin­der und Fa­mi­li­en in der 3. Welt, die Bür­ger in Eu­ro­pa und Deutsch­land und auch die EU, Mer­kel und See­ho­fer.

Die der Mi­gra­ti­ons­kri­se zu­grun­de lie­gen­den Pro­ble­me sind al­le un­ge­löst und so­gar weit­ge­hend un­be­ar­bei­tet. Geo­stra­te­gie, re­gio­na­le und lo­ka­le Kon­kur­renz und Ri­va­li­tä­ten, Ideo­lo­gie und Fa­na­tis­mus, Krie­ge und Bür­ger­krie­ge, Be­völ­ke­rungs- und Wirt­schafts­wachs­tum, Aus­beu­tung, Land­raub und Um­welt­zer­stö­rung, Lob­by­is­mus, Kor­rup­ti­on, Hin­ter­zim­mer- und Schat­ten­po­li­tik, das ‘wirt­schafts- ideo­lo­gi­sche’ In­ter­es­se an Mi­gra­ti­on – nir­gend­wo sind nach­hal­ti­ge Lö­sun­gen in Sicht, al­les geht wei­ter wie bis­her. In vie­len Be­rei­chen ver­schär­fen sich die Pro­ble­me so­gar. Al­les, was ge­tan wird, ist Kos­me­tik statt Ar­beit an ba­sa­len Struk­tu­ren.

Es gibt kei­ne rich­ti­gen Sie­ger in ei­nem fal­schen Spiel.

Nach­trag 28.06.2018: Hoff­nung gibt es aber mit­tel­fris­tig doch. Wenn Ös­ter­reich ab dem 01.07.2018 den EU-Rats­vor­sitz über­nimmt, könn­te es sei­nem agi­len und durch­set­zungs­star­ken Kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz ins­be­son­de­re im Ver­ein mit dem seit Bil­dung der Rechts- Links- Ko­ali­ti­on in die­ser Fra­ge eben­falls am­bi­tio­nier­ten Ita­li­en und den an­de­ren Vi­segrad-Staa­ten, aber auch mit dem still­schwei­gen­den Ein­ver­ständ­nis et­li­cher wei­te­rer ver­nünf­ti­ger Re­gie­run­gen in der EU ge­lin­gen, mit ei­nem Schutz der Au­ßen­gren­zen und mit Tran­sit­la­gern end­lich doch Ord­nung und Struk­tur ins Cha­os der eu­ro­päi­sche Mi­gra­ti­ons­po­li­tik brin­gen. In­wie­weit es Deutsch­land ge­lingt, die bis­he­ri­ge Po­li­tik zu kor­ri­gie­ren und zu re­pa­rie­ren und wie es mit dem Land wei­ter­geht, ist al­ler­dings noch­mal ei­ne an­de­re Fra­ge.

Links und Hin­ter­grund- In­for­ma­tio­nen zum The­ma:

Kla­re Mehr­heit der Deut­schen für See­ho­fers Kurs in der Asyl­po­li­tik

„Wenn man ernst nimmt, was Mer­kel 2015 über ih­re ei­ge­ne Po­li­tik ge­sagt hat, dann müss­te sie jetzt zu­rück­wei­sen. Sie hat 2015 ge­sagt: ei­ne be­son­de­re Si­tua­ti­on, ei­ne Aus­nah­me, in den Flücht­lings­la­gern ist kein Geld, der Bal­kan ist voll, wir sind nicht ko­or­di­niert. All die­se Fak­to­ren sind heu­te an­ders. Ei­gent­lich müss­te sie, wenn sie an ih­re ei­ge­ne Er­zäh­lung von 2015 glau­ben wür­de, sa­gen: da­mals war es so, jetzt ist es an­ders – an­de­re Ent­schei­dung.“ (Ro­bin Alex­an­der) – May­brit Ill­ner: Die im­pli­zi­te Fra­ge des Ro­bin Alex­an­der (JF-Blog)

„Wir ha­ben das Lob der Gren­ze nicht ge­lernt“, sag­te Slo­ter­di­jk. In Deutsch­land glau­be man im­mer noch, „ei­ne Gren­ze sei nur da­zu da, um sie zu über­schrei­ten“. In­ner­halb Eu­ro­pas sche­re Deutsch­land da­mit aus. „Die Eu­ro­pä­er wer­den frü­her oder spä­ter ei­ne ef­fi­zi­en­te ge­mein­sa­me Grenz­po­li­tik ent­wi­ckeln. Auf die Dau­er setzt der ter­ri­to­ria­le Im­pe­ra­tiv sich durch. Es gibt [schließ­lich] kei­ne mo­ra­li­sche Pflicht zur Selbst­zer­stö­rung“ (Ci­ce­ro)

Si­cher­heit für Frau­en im öf­fent­li­chen Raum ver­schlech­tert (NZZ)
Do­b­rindt: Pakt ge­gen Deutsch­land (Welt)

Ti­tel­bild: BND (ver­zerr­te Dar­stel­lung)

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1 Kommentar

  1. Wer sei­ne Bür­ger und sei­ne Gren­zen nicht schüt­zen kann muss die Re­gie­rung in an­de­re Hän­de ge­ben. Wer hier je­den un­kon­trol­liert ein/​ausreisen lässt, darf nie wie­der für die Si­cher­heit Deutsch­lands zu­stän­dig sein. Das Er­geb­nis ha­ben wir jetzt. 3 von 90 Grenz­über­gän­gen wer­den nur kon­trol­liert (Bay­ern). Trotz War­nung der Be­völ­ke­rung wur­de die­se il­le­ga­le nicht re­gis­trier­te Ein­rei­se von über 1 Mil­li­on Mi­gran­ten zu­ge­las­sen. Kei­ner weiß wo “die” hin sind. Nie­mand hat die­se Men­schen me­di­zi­nisch un­ter­sucht. Dub­lin III wird kom­plett un­ter­lau­fen. Ei­ne ge­sam­te eu­ro­päi­sche Lö­sung wird es nie ge­ben und liegt als Vor­la­ge von der Bun­des­kanz­le­rin noch im­mer nicht vor. Die Da­me hat in drei Jah­ren nichts auf die Bei­ne stel­len kön­nen. Deutsch­land hat sei­ne Sou­ve­rä­ni­tät kom­plett ver­lo­ren und ist zu­tiefst ge­spal­ten. Uns über Jah­re er­zählt, dass kein Geld mehr vor­han­den ist. Tau­sen­de von Stel­len ab­ge­baut. 20% der Ar­beit­neh­mer ha­ben Leih­ar­beits­ver­trä­ge, be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge. Ar­beit­ge­ber sind stolz den Min­dest­lohn zu zah­len. Kein Geld für Schu­len, Ki­tas, In­fra­struk­tur, Pfle­ge, Si­cher­heits­po­li­tik etc. Jetzt wird für an­de­re die Koh­le, das Füll­horn ge­schwun­gen (78 Milliarden/​4 Jah­re kal­ku­liert BM Scholz, Ren­te mit 63 kos­tet 20 Milliarden/​4 Jah­re). Wie ver­ant­wor­tungs­los ist die­se Bun­des­re­gie­rung ih­ren Bür­gern bzw. Eu­ro­pa ge­gen­über ? Für so­for­ti­ge Grenz­kon­trol­len und Wie­der­ein­füh­rung, Durch­set­zung der Vi­sum­pflicht. Un­ser Land hat sich sehr zum Nach­teil ver­än­dert. Ich kann nur hof­fen, dass die­se Kanz­le­rin ih­ren Rich­ter fin­det. Die­se Frau hin­ter­geht gel­ten­des EU-Recht und stürzt ganz Eu­ro­pa ins Cha­os. Ein Miss­trau­ens­vo­tum, die Ver­trau­ens­fra­ge ist über­fäl­lig. War­um muss das Cha­os im­mer von ei­nem deut­schen Kanz­ler aus­ge­hen, war­um? PS: Vie­len Dank an die Po­li­zei, Feu­er­wehr, Ärz­ten etc. die al­les ver­su­chen die Schä­den die­ser Bun­des­re­gie­rung zu mi­ni­mie­ren. Gott ste­he uns bei!

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