Flücht­lings­kri­se: Han­deln durch Un­ter­las­sen

Buch­kri­tik: ‘Die Ge­trie­be­nen’ von Ro­bin Alex­an­der

Das vor ei­nem Mo­nat er­schie­ne­ne Buch ‘Die Ge­trie­be­nen’ von Ro­bin Alex­an­der kommt zwar in den öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­de- und Er­zie­hungs­an­stal­ten so gut wie nicht vor, wird da­für aber in den der Mei­nungs­viel­falt ver­pflich­te­ten Main­stream- und al­ter­na­ti­ven Me­di­en um­so in­ten­si­ver be­spro­chen und steht in den Best­sel­ler­lis­ten von Ama­zon bis Spie­gel un­ter den top ten der best­ver­kauf­ten Bü­cher.

Bank­rott der Po­li­tik

War die Öff­nung der Gren­ze An­fang Sep­tem­ber 2015 durch Kanz­le­rin Mer­kel, vor al­lem aber die Un­ter­las­sung der Bun­des­re­gie­rung, nicht we­nigs­tens ei­ne Wo­che spä­ter wie­der zu Dub­lin III zu­rück zu keh­ren und die Gren­ze zu schlie­ßen, Teil ei­nes bö­sen Plans, gren­zen­los na­iv oder ein­fach nur ‘Lost in Po­li­tics’, al­so gren­zen­lo­ses Po­li­tik­ver­sa­gen? Ro­bin Alex­an­der spricht sich in sei­nem Buch ‘Die Ge­trie­be­nen’ für Va­ri­an­te 3 aus:

Gleich im ers­ten Ka­pi­tel sei­nes Bu­ches schil­dert Ro­bin Alex­an­der das ‘Wo­chen­en­de da­nach’, al­so das Wo­chen­en­de nach der Grenz­öff­nung, an dem die Bun­des­re­gie­rung mit al­len wich­ti­gen Mi­nis­tern der CDU und der SPD zu­nächst ent­schlos­sen war, die Gren­ze wie­der zu schlie­ßen und auch Asyl­be­geh­ren an der Gren­ze nicht mehr zu ak­zep­tie­ren. Doch dann ver­ließ Kanz­le­rin und den In­nen­mi­nis­ter der Mut und es be­gann das satt­sam be­kann­te Han­deln durch Nicht­han­deln,  Un­ter­las­sen oder Aus­sit­zen, das bis heu­te an­hält.

Plan­te Bun­des­re­gie­rung im Sep­tem­ber 2015 Grenz­schlie­ßung?

Bank­rott der Me­di­en

Der Schel­men­streich hat be­reits vor ei­ni­ger Zeit die Rol­le der Me­di­en in der Flücht­lings­kri­se an­hand der Stu­die ei­nes Pro­jekt­teams der Ham­burg Me­dia School (HMS) un­ter­sucht:

Will­kom­mens­me­di­en und Mer­kel­män­ner

Die Angst vor dem gro­ßen Aus­tausch

Auch im Spie­gel er­stürm­te das Buch von Ro­bin Alex­an­der rasch die Spit­ze der Sach­buch- Best­sel­ler­lis­te. Spie­gel-Ko­lum­nist Jan Fleisch­hau­er be­schäf­tigt sich mit der Angst der Deut­schen vor dem Be­völ­ke­rungs­aus­tausch:

“Je­de Zeit hat ih­re ei­ge­nen Zwangs­vor­stel­lun­gen. Vor vier­zig Jah­ren war es die Angst vor der Atom­ka­ta­stro­phe, die die Men­schen zu Tau­sen­den auf die Stra­ße trieb […] - heu­te ist es die Angst vor ei­nem staat­lich or­ga­ni­sier­ten oder zu­min­dest ge­dul­de­ten Be­völ­ke­rungs­aus­tausch, die ei­ne neue, vi­ta­le Pro­test­be­we­gung auf die Bei­ne ge­bracht hat.”

Zur Er­in­ne­rung: Was die ‘Zwangs­vor­stel­lung’ von vor 40 Jah­ren an­be­langt: Die­se ‘Zwangs­vor­stel­lung’ wird uns, wie die Um­welt­mi­nis­te­rin die­ser Ta­ge ver­kün­de­te, die nächs­ten 30.000 Ge­ne­ra­tio­nen oder 1 Mil­li­on Jah­re be­schäf­ti­gen. Es war al­so gar kei­ne Zwangs­vor­stel­lung, son­dern in Atom­sär­gen an bis­lang noch un­be­kann­tem Ort ein­ge­la­ger­tes Po­li­tik­ver­sa­gen!

» Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung: Die Angst vor dem gro­ßen Aus­tausch

Op­por­tu­nis­mus und Durch­wurs­teln

Me­tro­po­li­co spricht von ei­ner Po­li­tik, die ‘nicht, wie me­di­al dar­ge­stellt, von mo­ra­li­schem Han­del ge­trie­ben war. Mer­kel und maß­geb­lich Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) be­trei­ben seit der Grenz­öff­nung für Im­mi­gran­ten im Herbst 2015 ei­ne Po­li­tik des Durch­wurs­telns, des Tak­tie­rens und des La­vie­rens, be­män­telt durch heh­re Idea­le und Op­por­tu­nis­mus, so die Dar­stel­lung des Au­tors.’

Buch: »Die Ge­trie­be­nen – Mer­kel und die Flücht­lings­po­li­tik«

Mer­kel muss sich er­klä­ren

Alex­an­der Gör­lach meint in sei­ner Re­zen­si­on in der Wirt­schafts­wo­che, dass Mer­kel nach den Ent­hül­lun­gen Ro­bin Alex­an­ders dem Bür­ger ei­ne Er­klä­rung schul­dig sei und fragt:

War­um will Mer­kel Kanz­le­rin blei­ben?

Stoff für ei­nen Un­ter­su­chungs­aus­schuss

Chris­toph Schwen­ni­cke vom Ci­ce­ro meint, das Buch las­se ‘die deut­sche Flücht­lings­po­li­tik vom Herbst 2015 in völ­lig neu­em Licht er­schei­nen. Es wirft Fra­gen auf, de­ren Be­ant­wor­tung die Re­gie­rung den Bür­gern schul­dig ist. Um­so mehr, als die Fol­gen der da­ma­li­gen Ent­schei­dung im­mer deut­li­cher zu spü­ren sind.’

» Stoff für ei­nen Un­ter­su­chungs­aus­schuss

Buch

Ro­bin Alex­an­der: Die Ge­trie­be­nen: Mer­kel und die Flücht­lings­po­li­tik: Re­port aus dem In­nern der Macht

Ti­tel­bild:By Ele­kes An­dor (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons

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