Ja­mai­ka-Son­die­run­gen ge­hen in die Ver­län­ge­rung

Kei­ne Ei­ni­gung über Fa­mi­li­en­nach­zug

Blei­ben Rück­füh­run­gen ei­ne Fa­ta Mor­ga­na?

Kei­ne gro­ße Rol­le in den Ko­ali­ti­ons- Son­die­run­gen scheint auch die Rück­füh­rung ab­ge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber zu spie­len, von der FDP in ih­rem Mi­gra­ti­ons­kon­zept als ‘4. Tür der Mi­gra­ti­on’ – und zwar als Aus­gangs­tür – hübsch um­schrie­ben. Ob ei­ne Aus­wei­sung wei­te­rer Mah­greb-Staa­ten als ‘si­che­re Her­kunfts­län­der’ wei­ter ver­folgt wird, bleibt ab­zu­war­ten. Nach­dem die Grü­nen in der Fra­ge des Fa­mi­li­en­nach­zu­ges al­ler Vor­aus­sicht nach kei­nen vor­der­grün­di­gen Ver­hand­lungs­er­folg vor­zu­wei­sen ha­ben wer­den (in der Pra­xis aber mit der Un­ter­stüt­zung der Kanz­le­rin ver­mut­lich doch ih­re Vor­stel­lun­gen wer­den durch­set­zen kön­nen, s.o.), dürf­ten sie sich wei­te­re Zu­ge­ständ­nis­se in die­ser Fra­ge schwer­lich ab­rin­gen oder zu­min­dest teu­er be­zah­len las­sen.

Nach den bis­he­ri­gen ma­ge­ren Er­fol­gen in der Rück­füh­rungs­pra­xis ist al­ler­dings oh­ne­hin nicht zu er­war­ten, dass sich dar­an, ab­ge­se­hen von ge­le­gent­li­chen öf­fent­lich­keits­wirk­sa­men Ab­sichts­er­klä­run­gen oder For­de­run­gen (Ab­schie­bun­gen Chef­sa­che! etc.), grund­le­gend et­was än­dern wird. Denn wo kein Wil­le ist, ist auch kein Weg. Die nicht zu­letzt auch aus al­ter­na­tiv­lo­ser Per­spek­tiv­lo­sig­keit re­sul­tie­ren­de Ag­gres­si­vi­tät et­li­cher kaum in­te­grier­ba­rer zor­ni­ger jun­ger Män­ner wer­den die schon län­ger hier Le­ben­den al­so wei­ter­hin ‘aus­hal­ten müs­sen’. Der Kanz­le­rin ist das Pro­blem üb­ri­gens durch­aus be­wusst: “Wir müs­sen ak­zep­tie­ren, dass die Zahl der Straf­ta­ten bei ju­gend­li­chen Mi­gran­ten be­son­ders hoch ist.” (Zi­tat Mer­kel in der Welt, 18.06.2011, Vi­deo auf You­Tube).

Black Box In­te­gra­ti­on und So­zia­li­sa­ti­on

Was von den Be­für­wor­tern kul­tur­frem­der Zu­wan­de­rung in die So­zi­al­sys­te­me be­harr­lich aus Nai­vi­tät oder po­li­ti­schem Kal­kül un­ter­schätzt wird, ist die Be­deu­tung von So­zia­li­sa­ti­on in un­ter­schied­li­che kul­tu­rel­le Wel­ten so­wie die Ver­ro­hung und Trau­ma­ti­sie­rung vie­ler jun­ger Män­ner in Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­ten. Die­ser Pro­ble­ma­tik mit Sprach- und In­te­gra­ti­ons­kur­sen so­wie mit ein paar mehr Po­li­zei­be­am­ten und Rich­tern bei­kom­men zu wol­len, ist il­lu­so­risch.

Deut­li­che Wor­te des Psy­cho­lo­gen Dr. Pe­ter Dogs bei ‘Pe­ter Hah­ne’ im ZDF: ‘Ei­ne “Zeit­bom­be”, die nicht zu in­te­grie­ren ist’ (Aus­zug, 3:13). Gan­ze Sen­dung: Die Macht der Angst (28:11)

Denn für ge­gen­sei­ti­gen Re­spekt und ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­halt sor­gen we­der Sprach­kennt­nis­se noch Po­li­zei und Jus­tiz, die ja im­mer erst ein­grei­fen kön­nen, wenn es zu spät ist und schon et­was pas­siert ist, son­dern ei­ne lie­be­vol­le, sorg­fäl­ti­ge und in­te­gra­tiv auf die je­wei­li­ge Ge­sell­schaft und Kul­tur aus­ge­rich­te­te So­zia­li­sa­ti­on auf Ba­sis ge­mein­sa­mer und von al­len an­er­kann­ter Grund­wer­te. Die­ser Pro­zess be­ginnt in frü­hes­ter Kind­heit und ist im We­sent­li­chen be­reits mit 12 Jah­ren, spä­tes­tens aber mit 20 Jah­ren ab­ge­schlos­sen, wie Dr. Pe­ter Dogs jüngst im ZDF bei Pe­ter Hah­ne er­läu­ter­te. Da­nach sind Men­schen für den Rest ih­res Le­bens na­he­zu ir­rever­si­bel ge­prägt.

As­si­mi­la­ti­on statt Mul­ti­Kul­ti

Im­mer mehr Ex­per­ten wie der eins­ti­ge Mul­ti­Kul­ti- An­hän­ger Ru­ud Ko­op­mans oder der Phi­lo­soph Alex­an­der Grau ge­lan­gen da­her zu der Ein­sicht, dass nicht Mul­ti­Kul­ti, son­dern As­si­mi­la­ti­on (2) den Weg in ei­ne be­frie­de­te Ge­sell­schaft weist. Dar­über hin­aus be­nö­tigt es aus­kömm­li­che be­ruf­li­che und ge­sell­schaft­li­che Per­spek­ti­ven, die zum ei­nen in­di­vi­du­el­les, per­sön­li­ches En­ga­ge­ment und zum an­de­ren po­li­ti­sche Weit­sicht er­for­dern so­wie zur Chan­cen­gleich­heit der Ge­schlech­ter den Er­halt der na­tür­li­chen ‘Sex ra­tio’ (Ge­schlech­ter­pa­ri­tät). Die An­thro­po­lo­gin Bar­ba­ra Mil­ler for­dert für die­ses ‘öf­fent­li­che Gut’ Staats­schutz ein, Ka­na­da be­rück­sich­tigt das.

Wer die­se Ge­ge­ben­hei­ten igno­riert, ist Teil des Pro­blems, nicht Teil der Lö­sung. Dass die be­treffs So­zia­li­sa­ti­on und In­te­gra­ti­on in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se in Deutsch­land aus ideo­lo­gi­schen Grün­den stets ver­drängt wur­den und auch jetzt wie­der miss­ach­tet wer­den, hat Fol­gen, auf die je­der Ein­zel­ne sich ein­stel­len soll­te. Die Ge­schich­te klas­si­scher mul­ti­kul­tu­rel­ler Staa­ten wie Os­ma­ni­sches Reich, die ‘Do­nau­mon­ar­chie Ös­ter­reich-Un­garn, die USA, Ju­go­sla­wi­en so­wie die Ent­wick­lung im Li­ba­non (2) (3) (4) ge­ben ei­nen Fin­ger­zeig dar­auf, wie es in Deutsch­land in den kom­men­den Jah­ren wei­ter­ge­hen könn­te.

Links:

Gun­nar Hein­sohn zu Fra­gen der Mi­gra­ti­on (Schelm)
De­pe­sche der AfD an Ja­mai­ka-Ver­hand­ler (Jou­watch)
Nar­ren­schiff Kurs Ka­ri­bik (Schelm)

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