Kla­re Mehr­heit der Deut­schen für See­ho­fers Kurs in der Asyl­po­li­tik

Laut ARD-Deutsch­land­trend Ju­ni 2018 steht ei­ne gro­ße Mehr­heit der Deut­schen hin­ter den Plä­nen von In­nen­mi­nis­ter See­ho­fer (CSU) zur Steue­rung der Asyl­po­li­tik und wen­det sich da­mit ge­gen die Hin­hal­te-Tak­tik der Kanz­le­rin, die seit fast 3 Jah­ren oh­ne Er­folg ei­ne an­geb­lich ‘eu­ro­päi­sche Lö­sung’ an­strebt.

See­ho­fers Kon­zept

Im Streit zwi­schen See­ho­fer und der CSU auf der ei­nen und Mer­kel und dem zu­letzt dem Ver­neh­men nach wie­der grö­ße­ren Teil der CDU- Frak­ti­on im Bun­des­tag auf der an­de­ren Sei­te, de­ren Hal­tung in­halt­lich auch von SPD, Grü­nen und Links­par­tei un­ter­stützt wird, geht es vor al­lem um ei­nen Pas­sus des 63 Punk­te um­fas­sen­den ‘Mas­ter-Plans’ des In­nen­mi­nis­ters zur Re­gu­lie­rung der Asyl­po­li­tik. Die­ser Pas­sus sieht vor, dass Asyl­be­wer­ber, die schon in an­de­ren EU- Län­dern re­gis­triert sind oder de­ren Asyl­be­geh­ren schon ein­mal ab­ge­lehnt wur­de, an der deut­schen Gren­ze zu­rück­ge­wie­sen wer­den dür­fen. Das be­deu­te­te die Rück­kehr zum 2015 von ei­ner ein­zel­nen Da­me im Ho­sen­an­zug oh­ne Par­la­ments- oder Ka­bi­netts­be­schluss ei­gen­mäch­tig aus­ge­setz­ten, je­doch nach wie vor gel­ten­den eu­ro­päi­schen Recht nach dem Dub­lin- Über­ein­kom­men, nach dem ein Asyl­an­trag im Be­reich der EU im Land des Erst­ein­tritts in die EU zu stel­len ist. (Die Sinn­haf­tig­keit die­ses Ab­kom­mens ist ei­ne Fra­ge für sich, hier aber zu­nächst oh­ne Be­lang.)

See­ho­fer be­steht auf der Wie­der­an­wen­dung die­ser Re­ge­lung, nicht zu­letzt des­halb, weil Deutsch­land, das mit 80 Mio Ein­woh­nern rund 16% der EU-Be­völ­ke­rung (500 Mio) stellt, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren 60% der Flücht­lin­ge in die EU auf­ge­nom­men hat. Mer­kel möch­te auch be­reits ein­mal ab­ge­lehn­te so­wie auch in an­de­ren EU- Län­dern be­reits re­gis­triert Asyl­be­wer­ber auf­neh­men und ihr An­lie­gen er­neut prü­fen. Da­mit spricht die Kanz­le­rin sich für die Bei­be­hal­tung des Dreh­tür-Ef­fek­tes und mehr­fa­che Asyl­prü­fun­gen aus. Und prak­tisch für die Auf­nah­me von Men­schen oh­ne Asyl­grund, da in Deutsch­land Ab­schie­bun­gen – war­um auch im­mer – kaum ein­mal er­fol­gen. Und wenn doch, dann trifft es nicht sel­ten die Fal­schen.

Ei­ne nicht-re­prä­sen­ta­ti­ve On­line-Um­fra­ge des Fo­kus er­gibt ei­ne Zu­stim­mung zu See­ho­fers Plä­nen von 95% bei über 110.000 Teil­neh­mern laut Stand frü­her Mor­gen des 15. Ju­ni 2018.

Im als re­prä­sen­ta­tiv gel­ten­den ARD- Deutsch­land­trend für Ju­ni 2018 spre­chen sich die zur Asyl­po­li­tik Be­frag­ten wie folgt aus:

86% für kon­se­quen­te Ab­schie­bun­gen
69% für Sach­leis­tun­gen statt Geld­leis­tun­gen
62% für Zu­rück­wei­sun­gen an der Gren­ze
61% für An­ker­zen­tren

Die Bild­zei­tung fasst die Er­geb­nis­se in ei­nem Ar­ti­kel zu­sam­men

Mer­kels ‘eu­ro­päi­sche Lö­sung’

Kanz­le­rin Mer­kels Plan ei­ner ‘eu­ro­päi­schen Lö­sung’ sieht vor, dass Flücht­lin­ge über Zwangs-Auf­nah­me­quo­ten auf al­le eu­ro­päi­schen Län­der ver­teilt wer­den. Es han­delt sich prak­tisch um ein Dik­tat, wel­ches sie ge­mein­sam mit der EU-Kom­mis­si­on den üb­ri­gen EU-Staa­ten un­ter Ver­weis auf an­geb­lich (?) in­ter­na­tio­na­les Recht wie der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on und un­ter Miss­ach­tung der Ho­heits- und Sou­ve­rä­ni­täts­rech­te die­ser Län­der auf­nö­ti­gen will. Da­ge­gen gibt es in na­he­zu al­len eu­ro­päi­schen Län­dern hef­ti­gen Wi­der­stand, im Os­ten und Sü­den of­fen aus­ge­spro­chen, an­des­wo hin­ter vo­ge­hal­te­ner Hand ge­äu­ßert und un­ter der Hand qua prak­ti­scher Po­li­tik, sprich Wei­ter­lei­tung in Mer­kels ge­lob­tes Land, um­ge­setzt.

Da es seit 3 Jah­ren trotz al­ler An­kün­di­gun­gen und Ver­spre­chun­gen noch im­mer kei­ner­lei ef­fek­ti­ven ei­ge­nen Schutz der EU-Au­ßen­gren­zen gibt – im Os­ten über­nimmt das die Tür­kei qua­si als ‘Tür­ste­her’, im Sü­den nie­mand – und es dar­über hin­aus auch kaum ein­mal mit der Ab­schie­bung ab­ge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber klappt, muss man zu­dem da­von aus­ge­hen, dass Mer­kels ‘eu­ro­päi­sche Lö­sung’ ei­ne un­be­schränk­ten Mas­sen­ein­wan­de­rung jun­ger, ge­ring qua­li­fi­zier­ter Män­ner aus Afri­ka so­wie Nah- und Fern­ost in die eu­ro­päi­schen So­zi­al­sys­te­me be­deu­tet, ein Zu­stand, der nun be­reits seit seit 3 Jah­ren an­hält.

Die ein­zi­ge Chan­ce, die wi­der­spens­ti­gen eu­ro­päi­schen Län­der zum Um­den­ken zu be­we­gen, dürf­te dar­in be­stehen, sie mit der An­dro­hung von Sank­tio­nen und Straf­zah­lun­gen zu ‘über­zeu­gen’ und sie mit mas­si­ven fi­nan­zi­el­len An­rei­zen (10.000 Eu­ro pro Flücht­ling) aus im We­sent­li­chen vom deut­schen Mi­chel und den nor­di­schen und nord­west­li­chen EU- Län­dern ge­speis­ten EU- Töp­fen zu kö­dern. Mit an­de­ren Wor­ten: Mer­kel möch­te die Ver­wirk­li­chung ih­rer Plä­ne mit deut­schem und eu­ro­päi­schem Steu­er­geld er­kau­fen. Zu die­sem Zwe­cke bit­tet sie nun nach fast 3 Jah­ren ver­geb­li­chem Be­mü­hen auf di­ver­sen EU-Gip­feln um wei­te­re 14 Ta­ge Zeit – bis zum nächs­ten Gip­fel.

Die bis­he­ri­ge Po­li­tik der ‘of­fe­nen Tü­ren’ hat be­reits zu er­heb­li­chen Ver­wer­fun­gen ins­be­son­de­re in den am stärks­ten von den Mi­gra­ti­ons­strö­men be­trof­fe­nen Län­dern und Re­gio­nen wie Grie­chen­land, dem Bal­kan, Ös­ter­reich, Ita­li­en und nicht zu­letzt den Ziel­län­dern der meis­ten Mi­gran­ten, Deutsch­land und Schwe­den, ge­führt. In Schwe­den wird in­zwi­schen so­gar der Ein­satz von Mi­li­tär zur Be­frie­dung von Kon­flik­ten im In­land er­wo­gen.

His­to­risch ein­zig­ar­ti­ges Mul­ti­Kul­ti-Ex­pe­ri­ment oder Völ­kerster­ben von sei­ner schöns­ten Sei­te?

Be­reits im Herbst 2015 sprach sich ei­ne Mehr­heit für ei­ne stär­ker re­gu­lier­te und kla­rer struk­tu­rier­te Asyl­po­li­tik aus.

Mer­kels Po­li­tik der of­fe­nen Gren­zen und was die Bür­ger dar­über den­ken

Links:
Po­li­zei­ge­werk­schaft auf Sei­te von See­ho­fer (Welt)
2/3 leh­nen Mer­kels Flücht­lings­po­li­tik ab (Stern)
Asyl­streit in Uni­on: Das Fass ist über­ge­lau­fen (FAZ)
Asyl­streit in Uni­on: Ul­ti­ma­tum steht (Welt)
Spa­ni­ens Bü­ro­kra­tie treibt Flücht­lin­ge nach D (Wi­Wo)
Streit CDU/CSU: Kes­sel könn­te ex­plo­die­ren (Ci­ce­ro)

Ti­tel­bild: Col­la­ge (crop­ped) aus
a) By EU­2016 SK­De­ri­va­ti­ve work: Kamil.ryy [CC0], via Wi­ki­me­dia Com­mons
b) Ralf Roletschek/​ Wi­ki­pe­dia [CC BY-SA 3.0 de or CC BY-SA 3.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons

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