‘Ko­ali­ti­on der Wil­li­gen’ ver­ein­bart ‘So­li­da­ri­täts­me­cha­nis­mus’ für schiff­brü­chi­ge Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer

Den­noch droht er­neut Ge­scha­cher um Mi­gran­ten-Schiff im Mit­tel­meer.

Ver­gan­ge­ne Wo­che hat­te der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Ema­nu­el Ma­cron ei­ne Ei­ni­gung ei­ner ‘Ko­ali­ti­on der Wil­li­gen’ im Streit um die Ver­tei­lung schiff­brü­chi­ger Mi­gran­ten im Mit­tel­meer ver­mel­det. Den­noch war­ten nun schon wie­der 130 Afri­ka­ner auf ei­nem Schiff im Ha­fen von Si­zi­li­en dar­auf, nach Eu­ro­pa ein­ge­las­sen zu wer­den. Ita­li­en will sie nicht an Land las­sen, be­vor sich nicht an­de­re EU-Län­der be­reit er­klärt ha­ben, al­le Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men.

Fron­tex filmt Um­stieg von Mi­gran­ten auf ein ein­fa­ches Boot auf ho­her See

Ma­cron hat­te ver­gan­ge­ne Wo­che ver­kün­det, es sei ge­lun­gen, ei­ne ‘Ko­ali­ti­on der Wil­li­gen’ zu schmie­den, die sich zur un­kom­pli­zier­ten Auf­nah­me von schiff­brü­chi­gen Mi­gran­ten im Mit­tel­meer oh­ne vor­he­ri­ge zä­he Ver­hand­lun­gen be­reit er­klärt ha­be. Ein ‘So­li­da­ri­täts­me­cha­nis­mus’ sol­le ein un­wür­di­ges Ge­scha­cher künf­tig un­nö­tig ma­chen und für zü­gi­ge Ver­tei­lung der meist jun­gen männ­li­chen Mi­gran­ten in der EU sor­gen, de­ren Schick­sal mehr po­li­tisch- me­dia­le Auf­merk­sam­keit und Be­ach­tung auf sich zieht als das von zig Mio be­dürf­ti­gen Fa­mi­li­en, Frau­en und Kin­dern, die in Afri­ka ums nack­te Über­le­ben kämp­fen.

Acht Län­der – Deutsch­land, Frank­reich, Por­tu­gal, Lu­xem­burg, Finn­land, Li­tau­en, Kroa­ti­en und Ir­land – ha­ben ei­ne ‘ak­ti­ve Be­tei­li­gung’ zu­ge­si­chert, heißt es in ei­nem Ar­ti­kel bei Hei­se (s.o.). Sechs wei­te­re EU- Län­der hät­ten grund­sätz­lich zu­ge­stimmt. Die Na­men woll­te der fran­zö­si­sche Prä­si­dent nicht ver­ra­ten. Was ‘grund­sätz­li­che Zu­stim­mung’ be­deu­ten soll, blieb eben­falls un­klar. Viel­leicht, dass die­se Län­der es gut fin­den und da­zu klat­schen, wenn an­de­re Län­der Mi­gran­ten auf­neh­men?

Mer­kel: Wir Eu­ro­pä­er ha­ben ei­ne tie­fe Schuld ge­gen­über dem afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent.

Auf wel­cher Rechts­grund­la­ge der So­li­da­ri­täts­me­cha­nis­mus so­wie die Auf­nah­me von Mi­gran­ten be­ru­hen soll, de­ren Mo­ti­ve, die sie zur Rei­se Rich­tung Li­by­en als Zwi­schen­sta­ti­on auf dem Weg nach Eu­ro­pa be­weg­ten, ja zu­nächst ein­mal un­ge­klärt sind, ist eben­falls nicht klar. Oft han­delt es sich bei Asyl­be­wer­bern aus Afri­ka um Wirt­schafts­mi­gran­ten. Wenn das der Fall ist, wä­re ih­nen mit ei­ner Rück­ver­brin­gung in ihr Her­kunfts­land erst­mal ge­hol­fen. Für ei­ne Auf­nah­me von Wirt­schafts­mi­gran­ten gibt es in Deutsch­land näm­lich gar kei­ne recht­li­che Hand­ha­be. Ob man sich statt­des­sen auf die all­ge­gen­wär­ti­ge Schuld der deut­schen Kran­ken­schwes­tern und Hand­wer­ker an ir­gend­wie al­lem auf der Welt be­ru­fen kann? Aber viel­leicht braucht es so et­was alt­mo­di­sches und ewig­gest­ri­ges wie ei­ne Rechts­grund­la­ge heut­zu­ta­ge ja auch gar nicht mehr!

Nun sit­zen je­den­falls wie­der ein­mal 130 Afri­ka­ner auf ei­nem Schiff im Ha­fen von Si­zi­li­en fest und war­ten dar­auf, nach Eu­ro­pa ein­ge­las­sen zu wer­den. Vom ver­ab­re­de­ten ‘So­li­da­ri­täts­me­cha­nis­mus’ merkt man bis­lang noch nichts. Aber das kann ja noch kom­men.

Links:

Maas: Kon­junk­tur­pro­gramm für Schleu­ser?

Kein Geld für Afri­ka

End­sta­ti­on Li­by­en

Tiele­bild: Screen­shot Vi­deo

Bei­trag mit Freun­den tei­len?

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