Maas: Kon­junk­tur­pro­gramm für Schleu­ser?

Maas will See­not­ret­tung mit Ti­cket nach Eu­ro­pa ver­knüp­fen.

Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) möch­te laut ei­nem Be­richt des Spie­gel ein fes­tes Kon­tin­gent von Mit­tel­meer- Flücht­lin­gen in Deutsch­land auf­neh­men und for­dert zu die­sem Zwe­cke ein ‘Bünd­nis der Hilfs­be­rei­ten’ in Eu­ro­pa bzw. in der EU. Auf wel­cher ge­setz­li­chen Grund­la­ge will Maas dies tun? 

An­ge­sichts der jüngs­ten Stu­die ‘Die Zu­kunft der glo­ba­len Mi­gra­ti­on’ [E] vom Ber­lin- In­sti­tut klingt der Maas- Plan wie ein Kon­junk­tur­pro­gramm für Schlep­per & Schleu­ser. Rei­ner Kling­holz, der Lei­ter des Ber­lin- In­sti­tu­tes er­läu­tert im Spie­gel die Stu­die und sagt über Flücht­lin­ge aus Afri­ka: “Die­se Men­schen sind über­wie­gend zwi­schen 20 und 30 Jah­re alt, meist männ­lich, ver­gleichs­wei­se gut ge­bil­det – und nicht arm.” Kling­holz fährt fort: “Die Leu­te in den meis­ten ar­men Län­dern Afri­kas, die gern aus­wan­dern wür­den, kön­nen sich das näm­lich gar nicht leis­ten. Man muss erst mal zum Mit­tel­stand ge­hö­ren, um das Wis­sen an­zu­häu­fen, die Netz­wer­ke zu knüp­fen und das nö­ti­ge Geld zu be­schaf­fen. Die viel­be­schwo­re­ne Ar­muts­mi­gra­ti­on nach Eu­ro­pa ist al­so ein My­thos.”

Eu­ro­pa-Freund Se­bas­ti­an Kurz wi­der­spricht

Wie­der­spruch zum Plan des deut­schen Au­ßen­mi­nis­ters und Son­der­weg­lers Maas kommt vom ös­ter­rei­chi­schen Ex-Kanz­ler und Fa­vo­ri­ten für die nächs­te Kanz­ler­schaft, dem er­klär­ten Eu­ro­pa-Freund Se­bas­ti­an Kurz, der un­ter Eu­ro­pa nicht nur idea­lis­ti­sche, ge­sin­nungs­ethisch-welt­frem­de Prin­zi­pi­en ver­steht, son­dern im Sin­ne von Ver­ant­wor­tungs­ethik auch die All­tags­rea­li­tät von Men­schen und die für ein nach­hal­ti­ges mensch­li­ches Mit­ein­an­der er­for­der­li­che Kul­tur ei­nes fai­ren Ge­bens & Neh­mens zum ge­gen­sei­ti­gen Nut­zen und fried­li­chen Zu­sam­men­le­ben meint. Die Zeit zi­tiert Kurz wie folgt: «Ich blei­be bei mei­ner Li­nie: Die Ret­tung aus der See­not darf nicht mit ei­nem Ti­cket nach Mit­tel­eu­ro­pa ver­bun­den sein.» Mi­gran­ten soll­ten in ih­re Her­kunfts- oder si­che­re Tran­sit­län­der ge­bracht wer­den. «Da­mit wür­den wir auch das Ge­schäfts­mo­dell der Schlep­per zer­stö­ren, viel we­ni­ger wür­den sich folg­lich auf den Weg nach Li­by­en ma­chen und wir wür­den das Er­trin­ken im Mit­tel­meer be­en­den.»

Kurz sprach sich da­mit im Ge­gen­satz zu Maas laut Spie­gel da­für aus, Schlep­pern “die Ge­schäfts­grund­la­ge zu ent­zie­hen”. Fer­ner mein­te Kurz, es be­dür­fe auch In­itia­ti­ven für die För­de­rung der Wirt­schaft Afri­kas. “Wir dür­fen kei­ne fal­schen Si­gna­le aus­sen­den und müs­sen es un­be­dingt ver­hin­dern, dass wei­te­re Men­schen ihr Le­ben bei der ge­fähr­li­chen Über­fahrt über das Mit­tel­meer aufs Spiel set­zen”, so Kurz wei­ter.

Die Flücht­lings­po­li­tik braucht Re­for­men (5:35 min) – Der bri­ti­sche Öko­nom und Mi­gra­ti­ons­ex­per­te Paul Col­lier schlägt vor, Ein­wan­de­rer, die Eu­ro­pa il­le­gal er­rei­chen, zu­rück­zu­schi­cken. Nur so kön­ne Schlep­per­ban­den das Hand­werk ge­legt wer­den. Statt des­sen EIN Ein­wan­de­rungs­sys­tem für ganz Eu­ro­pa, mit kla­ren Re­geln, Quo­ten und An­lauf­stel­len für An­trä­ge in den Her­kunfts­län­dern. Den äm­s­ten Län­dern der Welt sol­le end­lich so ge­hol­fen wer­den, dass Aus­wan­de­rung dort kein The­ma mehr sein wird. Asyl soll es nur für die ge­ben, die po­li­tisch, ras­sisch oder re­li­gi­ös ver­folgt wer­den. Es ge­he nicht um die Fra­ge, ob Mi­gra­ti­on gut ist oder schlecht, son­dern wie­viel Mi­gra­ti­on für ei­ne Ge­sell­schaft Sinn macht. [Er­satz­link]

Was tun ei­gent­lich Deutsch­land und die EU zur Ein­däm­mung von Wirt­schafts­mi­gra­ti­on?

Im Ge­gen­satz zu den Vor­stel­lun­gen von Kurz, der be­reits im Ver­ein mit ei­ni­gen Bal­kan- und Vi­segrad- Staa­ten An­fang 2016 die Bal­kan­rou­te weit­ge­hend ge­schlos­sen hat­te und sich wie Frank­reich und Spa­ni­en und wei­te­re EU- Län­der wäh­rend sei­ner Kanz­ler­schaft und zu der Zeit, als Ös­ter­reich die EU-Rats­prä­si­dent­schaft in­ne hat­te, für Asyl- Zen­tren in Afri­ka stark ge­macht hat­te, füh­ren die Plä­ne von Maas zu ei­ner Ver­knüp­fung von Ret­tung aus zum Zwe­cke der mo­ra­li­schen Nö­ti­gung fahr­läs­sig in Kauf ge­nom­me­ner See­not mit ei­nem Ti­cket in die deut­schen So­zi­al­sys­te­me.

Dies stellt ei­nen An­reiz für mi­gra­ti­ons­wil­li­ge Zen­tral­afri­ka­ner dar, wei­ter­hin den To­des­marsch durch die Wüs­te Rich­tung Mit­tel­meer an­zu­tre­ten, der drei mal so viel Op­fer for­dert wie die Über­fahrt auf dem Mit­tel­meer, und eben­so ei­nen An­reiz für Schlep­per & Schleu­ser, auch künf­tig mit dem Schlauch­boot die ris­kan­te Fahrt aufs Meer hin­aus an­zu­bie­ten. Dar­über hin­aus be­deu­tet es ei­ne Be­vor­zu­gung der oh­ne­hin schon bes­ser si­tu­ier­ten jun­gen Män­ner (s.o.) ge­gen­über be­dürf­ti­gen Fa­mi­li­en, Frau­en und Kin­dern in Afri­ka, die da­heim blei­ben. Denn das Geld und die Res­sour­cen, die man in Deutsch­land für ein paar hun­dert­tau­send oder gar Mio jun­ge Män­ner auf­bringt, kann für zig Mio Fa­mi­li­en in Afri­ka nicht mehr auf­ge­wandt wer­den. Das er­in­nert an So­zi­al­dar­wi­nis­mus nach dem Prin­zip ‘Sur­vi­val of the fit­test’ und ist da­mit das ge­naue Ge­gen­teil von auf­ge­klär­tem Hu­ma­nis­mus.

Die im in­ter­na­tio­na­len Maß­stab äu­ßerst üp­pi­gen deut­schen So­zi­al­sys­te­me sind ein Ma­gnet für Ar­muts- und Wirt­schafts­mi­gra­ti­on aus Afri­ka wie aus al­ler Welt. Um die­sen Ma­gne­ten ab­zu­schal­ten, muss der Me­cha­nis­mus ge­stoppt wer­den, der ei­ne Fahrt im Schlauch­boot hin­aus aufs Mit­tel­meer au­to­ma­tisch mit ei­ner Auf­nah­me in die deut­schen oder eu­ro­päi­schen So­zi­al­sys­te­me be­lohnt. Viel­mehr soll­ten ge­ret­te­te Mi­gran­ten in ih­re Her­kunfts­län­der oder in afri­ka­ni­sche Nach­bar- oder Auf­nah­me- Län­der ge­bracht wer­den. Schließ­lich ist Afri­ka – et­wa im Rah­men der OAS – an ers­ter Stel­le für sei­ne Bür­ger ver­ant­wort­lich. Na­he­zu al­le afri­ka­ni­schen Län­der sind dem Mi­gra­tions­pakt bei­ge­tre­ten und ha­ben sich da­mit ver­pflich­tet, bei Be­darf Asyl zu ge­wäh­ren. Die EU darf sich ger­ne fi­nan­zi­ell und or­ga­ni­sa­to­risch an der Ver­sor­gung der Men­schen in Afri­ka be­tei­li­gen, in wel­cher Form auch im­mer. Vor­schlä­ge da­zu gibt es ge­nü­gend – von in­ter­na­tio­na­len Ex­per­ten wie Paul Col­lier (Vi­deo oben) eben­so wie von deut­schen Ex­per­ten, die Fra­gen der Mi­gra­ti­on aus­führ­lich und kon­struk­tiv im Rah­men der CDU-Mi­gra­ti­ons-Werk­statt er­ör­ter­ten. Die Po­li­tik muss le­dig­lich auch mal et­was da­von um­set­zen.

Hil­fe vor Ort be­deu­tet Tei­len von Wohl­stand, Mas­sen­mi­gra­ti­on in die So­zi­al­sys­te­me an­de­rer Län­der Um­ver­tei­len von Ar­mut. Kein Land kann die Pro­ble­me ei­nes an­de­ren Lan­des oder ei­ner an­de­ren Ge­sell­schaft nach­hal­tig lö­sen, das muss schon in dem Land oder der Ge­sell­schaft selbst er­fol­gen. Afri­ka muss da­her selbst den Haupt­teil der Ver­ant­wor­tung da­für über­neh­men, sei­ne Pro­ble­me mit ho­hen Ge­bur­ten­ra­ten, Kor­rup­ti­on, schlech­ter Ver­sor­gung, un­ge­rech­ter Ver­tei­lung, Per­spek­tiv­lo­sig­keit etc. zu lö­sen. Das for­dern auf­ge­klär­te Afri­ka­ner schon lan­ge.

Wel­che Kon­zep­te ge­nau hat ei­gent­lich die Bun­des­re­gie­rung vor­ge­legt, um den Zu­strom von Wirt­schafts- und Ar­muts­mi­gran­ten ein­zu­däm­men? Was macht die Be­kämp­fung der Flucht­ur­sa­chen, et­wa der 2017 auf den Weg ge­brach­te Mar­schall­plan für Afri­ka? So gut wie nichts! Gro­ße Plä­ne, we­nig da­hin­ter, meint die Deut­sche Wel­le, ein Pa­ra­de­bei­spiel für An­kün­di­gungs­po­li­tik, schreibt die Welt, ein schlech­ter Witz, meint die Stif­tung med­ico. Und wie sieht es mit der voll­mun­dig von Kanz­le­rin Mer­kel 2016 an­ge­kün­dig­ten ‘na­tio­na­len Kraft­an­stren­gung’ zur Rück­füh­rung ab­ge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber aus? Nach ei­nem Ar­ti­kel der Welt aus 2018, al­so ‘zwei Jah­re da­nach’, hat sich die Zahl der Ab­schie­bun­gen seit­her nicht er­höht, war 2017 so­gar rück­läu­fig und die Blei­be­chan­cen für ab­ge­lehn­te Asyl­be­wer­ber sind nach wie vor sehr hoch.

Blo­ckiert Deutsch­land ei­ne eu­ro­päi­sche Lö­sung?

Man muss so­gar da­von aus­ge­hen, dass die Bun­des­re­gie­rung die Vor­schlä­ge und Pro­jek­te an­de­rer EU- Län­der für ei­ne ge­mein­sa­me eu­ro­päi­sche Lö­sung im Sin­ne ei­ner re­strik­ti­ve­ren Zu­wan­de­rungs­po­li­tik, wie sie von al­len an­de­ren EU- Län­dern de fac­to be­trie­ben wird, blo­ckiert oder gar hin­ter­treibt und da­mit die eu­ro­päi­sche So­li­da­ri­tät schwer be­schä­digt. So sprach sich Mer­kel so­wohl 2015 ge­gen die Schlie­ßung der deut­schen Gren­ze aus wie auch 2016 ge­gen die Schlie­ßung der Bal­kan­rou­te und 2018 ge­gen See­ho­fers Plä­ne für Zu­rück­wei­sun­gen. Auch der Brex­it 2016 geht zu ei­nem er­heb­li­chen Teil auf das Kon­to der Kanz­le­rin, wie die bri­ti­schen His­to­ri­ker Ti­mo­thy Gar­ton AshAn­tho­ny Glees und vie­le wei­te­re Ex­per­ten mei­nen.

Zu­letzt dien­te die Wei­ge­rung nord­afri­ka­ni­schen Staa­ten, Tran­sit­zen­tren auf ih­ren Ter­ri­to­ri­en ein­zu­rich­ten, als Be­grün­dung da­für, al­le im Mit­tel­meer ge­ret­te­ten Mi­gran­ten nach Eu­ro­pa ver­brin­gen zu müs­sen. Das ist al­ler­dings we­nig stich­hal­tig. Asyl­zen­tren wä­ren oh­ne­hin in Zen­tral­afri­ka lo­gis­tisch güns­ti­ger po­si­tio­niert, er­spar­ten sie doch den Mi­gra­ti­ons­wil­li­gen den ge­fähr­li­chen Weg durch die Wüs­te. In Zen­tral­afri­ka gibt es be­reits UN- Flücht­lings­la­ger, mit ent­spre­chend groß­zü­gi­ger Fi­nan­zie­rung soll­te es auch der EU mög­lich sein, der­ar­ti­ge Zen­tren ein­zu­rich­ten.

An­spruch und Wirk­lich­keit: Fak­ten zur Ar­mut in der Welt. Kann Mi­gra­ti­on das Ar­muts­pro­blem lö­sen? ‘Nein’, sagt Roy Beck von ‘num​bers​.org’. [Er­satz­link]

Die Pas­si­vi­tät der Bun­des­re­gie­rung hin­sicht­lich der Ein­däm­mung von Wirt­schafts­mi­gra­ti­on ist an­ge­sichts der glo­ba­len Pro­ble­me nicht nur blau­äu­gig, son­dern ver­ant­wor­tungs­los, in­dem da­durch enor­me Ge­fah­ren her­auf­be­schwo­ren, bei den Bür­gern be­grün­de­te Ängs­te und bei po­ten­ti­el­len Mi­gran­ten un­be­gün­de­te Il­lu­sio­nen ge­schürt wer­den: 70 Mio Men­schen welt­weit be­fin­den sich auf der Flucht, 630 Mio wol­len aus­wan­dern oder sit­zen schon auf ‘ge­pack­ten Kof­fern’. 800 Mio Men­schen hun­gern oder lei­den an Un­ter­ernäh­rung, 9 Mio Men­schen ster­ben dar­an pro Jahr. Wie vie­le be­dürf­ti­ge Men­schen da­von könn­ten mit ef­fi­zi­en­te­rem Mit­tel­ein­satz un­ter­stützt wer­den? Und wie we­ni­ge da­von wol­len und kön­nen im Ge­gen­satz da­zu Deutsch­land und die rei­chen Län­der des Wes­tens auf­neh­men? Und wel­ches west­li­che Land au­ßer Deutsch­land will und tut dies über­haupt noch? Prak­tisch al­le west­li­chen Län­der sind längst zu ei­ner re­strik­ti­ven Mi­gra­ti­ons­po­li­tik über­ge­gan­gen. Von den deut­schen Leit­me­di­en wird die­ser Um­stand al­ler­dings sehr dis­kret be­rich­tet.

Gro­Ko för­dert ‘Mas­ku­li­ni­sie­rung der Ge­sell­schaft’

Dar­über hin­aus be­deu­tet die ste­ti­ge, be­reits seit 2015 prak­ti­zier­te be­vor­zug­te Auf­nah­me von kul­tur­frem­den jun­gen Män­nern mit männ­li­chen An­trie­ben und Be­dürf­nis­sen, ge­rin­gen so­zia­len Per­spek­ti­ven, ei­ner häu­fig ar­chai­schen So­zia­li­sa­ti­on und vor­mo­der­nem Frau­en­bild und Ge­schlech­ter­ver­ständ­nis zu­mal in Zei­ten des ab­seh­ba­ren kon­junk­tu­rel­len Ab­schwungs ei­ne wei­te­re Ge­fähr­dung des öf­fent­li­chen Rau­mes und De­sta­bi­li­sie­rung der Ge­sell­schaft. Die­se Po­li­tik der Auf­nah­me jun­ger Män­ner oh­ne Asyl­grund und mit ge­rin­gen Aus­sich­ten auf ein Blei­be­recht und eben­so ge­rin­gen be­ruf­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Per­spek­ti­ven führt be­reits seit 2015 zu Ge­walt und Ver­wer­fun­gen, wie aus Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­ti­ken, der Pfeif­fer- Stu­die zur Flücht­lings­kri­mi­na­li­tät so­wie Be­rich­ten lo­ka­ler und aus­län­di­scher Me­di­en her­vor­geht und wie sie für ei­ne mas­ku­li­ni­sier­te Ge­sell­schaft mit ei­nem Über­hang an jun­gen Män­nern ty­pisch sind. Die An­thro­po­lo­gin Bar­ba­ra Mil­ler hält ei­ne ‘nor­mal sex ra­tio’ (na­tür­li­che Ge­schlech­ter- Re­la­ti­on) da­her für ein ‘öf­fent­li­ches Gut’.

P.S.: So­zi­al­hil­fe oder Hartz 4 ist üb­ri­gens kein Men­schen­recht, son­dern auf dem Prin­zip von Ge­gen­sei­tig­keit be­ru­hen­de in­sti­tu­tio­na­li­sier­te So­li­da­ri­tät in­ner­halb ei­ner de­fi­nier­ten und ab­ge­grenz­ten Ge­sell­schaft, in der ge­rin­ge fa­mi­liä­re Bin­dun­gen kei­ne so­zia­le Ab­si­che­rung mehr bie­ten und Selbst­ver­sor­gung nicht mög­lich oder üb­lich ist. So­zi­al­hil­fe für aus­wär­ti­ge Be­dürf­ti­ge ist vor Ort zig mal so ef­fi­zi­ent.

Die Che­fin der dä­ni­schen So­zi­al­de­mo­kra­ten, Met­te Fre­de­rik­sen, die kürz­lich die Par­la­ments­wah­len in Dä­ne­mark ge­won­nen hat­te, kam nicht oh­ne gu­ten Grund zu der Er­kennt­nis: „Für mich wird im­mer kla­rer, dass die un­te­ren Schich­ten den Preis für un­ge­zü­gel­te Glo­ba­li­sie­rung, Mas­sen­ein­wan­de­rung und die Frei­zü­gig­keit der Ar­beit­neh­mer zah­len.“ Und: „Un­ser Wohl­fahrts­staat ge­rät un­ter Druck, eben­so wie un­ser ho­hes Ni­veau an Gleich­heit und un­se­re Le­bens­wei­se.“ Die deut­sche SPD (Scholz, Drey­er, Steg­ner) di­stan­zier­te sich un­mit­tel­bar nach dem Wahl­sieg der dä­ni­schen So­zi­al­de­mo­kra­ten vom ‘dä­ni­schen Weg’ Fre­de­rik­sens. Nur der aus­ge­mus­ter­te Sig­mar Ga­bri­el zeig­te In­ter­es­se.

Links:

Ethi­scher Rea­lis­mus und Mi­gra­ti­on (Zwie­denk)
Kann die SPD von Dä­ne­mark ler­nen? (SZ)
Dä­ne­mark: Vor­bild oder Schreck­bild für die SPD? (Ta­ges­spie­gel)

Sturm auf Eu­ro­pa

Ti­tel­bild: Col­la­ge aus
– Olaf Kosin­sky [CC BY-SA 3.0 de], via Wi­ki­me­dia Com­mons
– VOA- Ni­co­las Pi­n­ault [Pu­blic do­main], via Wi­ki­me­dia Com­mons

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