Wol­len Män­ner wirk­lich im­mer nur das ei­ne?

Ich wür­de nie­mals be­haup­ten wol­len, dass ich die Frau­en ken­ne – al­len­falls ein paar Knöp­fe und Schal­ter, die man spa­ßes­hal­ber mal drü­cken bzw. um­le­gen kann, um zu gu­cken, was pas­siert – aber über Män­ner weiß ich na­tür­lich gut Be­scheid. Denn mit den Manns­bil­dern ver­hält es sich in der Tat ge­nau so, wie die Weibs­bil­der das im­mer so da­hin zu sa­gen pfle­gen, oh­ne al­ler­dings – ty­pisch Frau – so wei­se, mu­tig oder kon­se­quent zu sein, dem ei­ge­nen Wis­sen oder gar Ver­stand, so­weit vor­han­den, zu ver­trau­en: Kenn­ste ei­nen – kenn­ste al­le. Und ei­nen ken­ne ich re­la­tiv gut…

Al­so, lie­be Mä­dels auf­ge­passt, jetzt ver­ra­te ich euch mal was: Män­ner wol­len wirk­lich im­mer nur das ei­ne: Näm­lich al­les – die gan­ze Welt inkl. al­ler Frau­en ver­na­schen! Die gan­ze Welt inkl. al­ler Frau­en, das ist – je­den­falls nach­dem man aus frag­wür­di­gen und eher fa­den­schei­ni­gen Grün­den nach neun­mo­na­ti­gem ‘First- Class- Ser­vice’ aus der Lu­xus­sui­te der ört­li­chen No­bel­her­ber­ge hin­aus kom­pli­men­tiert wur­de – zu­nächst mal die Ma­ma, da ist – wie prak­tisch – noch im­mer al­les in­klu­si­ve! Und mei­ne Ma­ma ge­hört selbst­ver­ständ­lich mir, oder muss ich et­wa erst un­ge­müt­lich wer­den?

Aber nichts ist von Dau­er auf die­ser Welt. Kaum stellt mann fest, dass die Welt grö­ßer ge­wor­den ist, so zer­bricht sie schon in Stü­cke. Bei ‘Män­nern wie wir’ aber Gott sei Dank nicht et­wa in tau­send Scher­ben, wie das be­kannt­lich bei klei­nen Mäd­chen der Fall ist, wenn der Lieb­ste nicht tut, was er soll oder Waa­ge und Spie­gel nicht ver­kün­den, was frau hö­ren will, son­dern nur so un­ge­fähr in 3 oder 4, manch­mal 5 Tei­le: Folg­lich muss das Ver­na­schen der Welt künf­tig in ein­zel­ne Teil­schrit­te auf­ge­teilt wer­den. Lo­gisch! Und zwar ex­akt auf die nach­fol­gend auf­ge­führ­ten Tä­tig­kei­ten:

  1. Gut Früh­stü­cken (be­vor­zugt eng­lisch oder grie­chisch-rö­misch de lu­xe)
  2. Raus­ge­hen und je nach Be­darf und Ge­le­gen­heit a) Mäd­chen är­gern, b) ei­ne Ban­de bil­den, c) an­de­re Jungs (Aler­ta! Ri­va­len!!!) ver­klop­pen, d) gu­cken, wen oder was es sonst noch so gibt oder was e) viel­leicht dar­über hin­aus noch geht. Zwi­schen­drin klei­ne Stär­kung per Bratcur­ry mit Pom­mes oder ei­nem Blatt grü­nen Sa­lat mit Zwie­beln, To­ma­te und üp­pi­ger Steak­bei­la­ge.
  3. Als Held heim­keh­ren und sich fei­ern las­sen
  4. a) Neue Kräf­te sam­meln, al­so Wurst­brot, und b) mal schau­en, was die an­de­ren (im Re­gel­fall al­les Idio­­ten) so trei­ben (z.B. in der Knei­pe, beim Fuß­ball oder im TV), c) Schla­fen etc.
  5. (fa­kul­ta­tiv:) Bo­dy- & Kör­per­pfle­ge. Im Schnitt 1 x pro Wo­che ca. 5 Mi­nu­ten, falls un­be­dingt er­for­der­lich oder zweck­dien­lich, ei­ni­ge be­trei­ben es aber auch­ge­fühl­te 24 Stun­den pro Tag und wenn das nicht aus­reicht, neh­men sie noch die Nacht hin­zu.

Das wars ei­gent­lich schon. Mehr ist da nicht. Das ist die Grund­me­lo­dei, die den Rest des Le­bens mehr oder min­der vir­tuos noch hier oder da ein biss­chen va­ri­iert wer­den kann. Je nach Be­darf wird Mann Schwer­punk­te set­zen, schwie­ri­ge­re Cha­rak­tae­re wäh­len ger­ne 2a) oder 2c), sen­si­ble­re Ge­mü­ter set­zen lie­ber auf 2e) und nen­nen es ge­heim­nis­voll Sub­li­mie­rung, auf Num­mer si­cher geht man mit 1), 3) oder 4) und wem das al­les nicht passt, der macht eben den gan­zen Tag nichts als 5). Haus­halts­üb­li­che ech­te Voll­blut­män­ner spu­len na­tür­lich täg­lich das vol­le Pro­gramm ab, von Punkt 1 bis Punkt 5, von mor­gens bis abends, rauf & run­ter, rein & raus, mehr­mals am Tag…

Gut, mit der Zeit und wenn man ge­nug von der Welt ge­se­hen hat und es et­was ge­mäch­li­cher an­ge­hen möch­te, be­ginnt der vor­aus­schau­en­de Mann mög­li­cher­wei­se ir­gend­wann da­mit, die Scher­ben der zer­bro­che­nen Welt wie­der not­dürf­tig zu­sam­men zu fli­cken. Das Mäd­chen zum Är­gern (und wenn man Glück hat oder sich ge­schickt an­stellt, geht ja viel­leicht so­gar noch ein biss­chen mehr…) et­wa nimmt man mit nach Hau­se – halb zieht es ei­nen, halb sinkt man hin – man baut ein Haus, zeugt ein Kind und pflanzt ei­nen Baum. Ban­de & Klop­pe­rei geht zur Not auch vir­tu­ell – et­wa per Seil­schaft im Bü­ro oder an­onym im In­ter­net – und wer noch über­schüs­si­ge En­er­gi­en hat, macht den Dok­tor, kauft sich ein Mo­tor­rad oder schreibt ein Buch. Dann wird Mann all­mäh­lich ru­hi­ger – so der Plan.

Und wenn es gut aus­geht, ist es am En­de wie­der fast ge­nau so schön wie es am An­fang mal war … 😉

Links:
Ot­to: Der mensch­li­che Kör­per (You­tube)
The Judgment of Pa­ris, Pe­ter Paul Ru­bens, Pu­blic do­main

Gra­phik:
John Wil­liam Wa­ter­hou­se, Hy­las and the Nymphs, Pu­blic do­main
En­ri­que Si­mo­net, El Jui­cio de Pa­ris, Pu­blic do­main
Al­bert von Kel­ler, Ur­teil des Pa­ris, Pu­blic do­main

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