Mit­te-Stu­die: Wer nicht Mer­kels Weg folgt, ist kein De­mo­krat?

[Gast­bei­trag] Die von der SPD- na­hen Fried­rich- Ebert- Stif­tung fi­nan­zier­te „Mit­te-Stu­die“ des So­zi­al­wis­sen­schaft­lers An­dre­as Zick, Ex- Vor­sit­zen­der des Stif­tungs­ra­tes der Ama­deu- An­to­nio- Stif­tung, be­haup­tet, dass je­der Fünf­te in Deutsch­land „rechts­po­pu­lis­ti­sche“ Auf­fas­sun­gen ver­tritt. An­geb­lich sei die Mit­te „ver­lo­ren“.

Die For­scher er­ach­ten es als kri­tisch, dass sich 93 Pro­zent der Stu­di­en­teil­neh­mer zwar für die de­mo­kra­ti­sche Grund­ord­nung aus­spre­chen und Gleich­heit und Wür­de an ers­ter Stel­le se­hen, gleich­zei­tig aber je­der zwei­te Deut­sche sich ne­ga­tiv über Asyl­be­wer­ber äu­ße­re, ob­wohl de­ren Zahl rück­läu­fig sei. Am En­de schie­ben die For­scher den schwar­zen Pe­ter so­gar den kon­ser­va­ti­ven Par­tei­en zu, die rechts­po­pu­lis­ti­sche Mei­nun­gen auf­grei­fen wür­den, um Stim­men ab­zu­fan­gen. Und so wür­den sich rechts­po­pu­lis­ti­sche An­sich­ten in der Mit­te der Ge­sell­schaft fes­ti­gen …

Ich bin ent­setzt über die­se Schluss­fol­ge­run­gen, denn sie zei­gen, wie ab­ge­ho­ben und fern je­der Rea­li­tät die­se „For­scher“ sind. Wel­che rechts­po­pu­lis­ti­schen Mei­nun­gen grei­fen die Alt­par­tei­en auf? Bis auf die AfD sind al­le Bun­des­tags­par­tei­en un­ter Mer­kel kon­ti­nu­ier­lich nach links ge­drif­tet und da­her er­scheint ei­ne nor­ma­le Mit­te, die auf ge­sun­dem Men­schen­ver­stand ba­siert, als rechts oder gar rechts­ex­trem.

Vi­deo: So­gar Heu­te- Jour­nal- An­chor­man Claus Kle­ber wirkt fas­sungs­los und fragt mehr­fach ir­ri­tiert nach (Gan­ze Sen­dung)

Ich, die als Baye­rin noch kein ein­zi­ges Mal CSU ge­wählt hat, weil mir die im­mer zu rechts war, fra­ge mich, ob es wirk­lich rechts­po­pu­lis­tisch ist, wenn ich mei­ne Hei­mat er­hal­ten will, in der un­se­re Kul­tur, un­se­re Tra­di­tio­nen und un­se­re Wer­te an ers­ter Stel­le ste­hen. Ist es rechts­po­pu­lis­tisch, wenn ich auf der Stra­ße über­wie­gend mo­der­ne west­li­che Men­schen mit frei­heit­lich-de­mo­kra­ti­scher Ein­stel­lung se­hen will und nicht dis­kri­mi­nier­te Frau­en, die sich Män­nern un­ter­ord­nen müs­sen? Ist es rechts­po­pu­lis­tisch, wenn ich mir Sor­gen um die Zu­kunft mei­ner Toch­ter ma­che, die mit ih­rer Ge­ne­ra­ti­on all die Nutz­nie­ßer un­se­res So­zi­al­sys­tems er­näh­ren soll und zu­gleich die Ren­ten für uns be­zah­len muss? Ist es rechts­po­pu­lis­tisch, wenn ich ei­ne Schul­bil­dung for­de­re, wie ich sie noch er­lebt ha­be und die jun­ge Men­schen da­zu be­fä­higt, spä­ter er­folg­reich selbst für sich zu sor­gen? Ist es rechts­po­pu­lis­tisch, wenn ich nach 40 oder 45 Jah­ren Steu­ern- und Ab­ga­ben­zah­lung ei­ne an­ge­mes­se­ne Ren­te ha­ben will? Ist es rechts­po­pu­lis­tisch, wenn ich mit mei­nem Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag ein­fa­che Grund­leis­tun­gen er­hal­ten, aber nicht ein vol­les War­te­zim­mer von Nicht­bei­trags­zah­lern fi­nan­zie­ren will?

Gott­fried Cu­rio (AfD) kri­ti­siert die ‘Mit­te-Stu­die’ der Fried­rich- Ebert- Stif­tung (SPD- nah)

Ist es rechts­po­pu­lis­tisch, wenn ich in öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln, al­lein auf ei­ner Stra­ße oder bei Dun­kel­heit Angst vor Mes­ser­at­ta­cken ha­be? Ist es rechts­po­pu­lis­tisch, wenn ich will, dass Ge­walt­tä­ter egal wel­cher Her­kunft und egal wel­cher Schutz­be­dürf­tig­keit ge­nau­so zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wer­den wie die­je­ni­gen, die nicht nur län­ger, son­dern schon im­mer hier le­ben? Ist es rechts­po­pu­lis­tisch, wenn ich mich in mei­nem ei­ge­nen Land nicht mehr si­cher füh­le?

Ich könn­te die Lis­te un­end­lich fort­set­zen, doch ich be­ant­wor­te die­se Fra­gen selbst: Nein, es ist nicht rechts­po­pu­lis­tisch, die Rech­te und Pflich­ten ein­zu­for­dern, die nach un­se­rem Grund­ge­setz je­dem Deut­schen zu­ste­hen. Es steht nicht im Grund­ge­setz, dass wir un­se­re Na­ti­on mit ih­ren Gren­zen auf­ge­ben müs­sen. Kein So­zi­al­sys­tem kann be­stehen, wenn die Grup­pe der Ein­zah­ler im­mer klei­ner und die Grup­pe der Nutz­nie­ßer end­los grö­ßer wird.

Ich kla­ge An­dre­as Zick an, dass er sei­ne Stu­die nicht auf den frei­heit­lich-de­mo­kra­ti­schen Grund­sät­zen un­se­res Lan­des grün­det, son­dern auf den For­de­run­gen ei­nes ideo­lo­gi­schen So­zia­lis­mus oh­ne Gren­zen. Die An­ti­de­mo­kra­ten sind nicht in der Mit­te der Ge­sell­schaft, son­dern am links­ex­tre­men Rand zu fin­den. Mit der Stig­ma­ti­sie­rung nor­mal den­ken­der Men­schen muss es ein En­de ha­ben …

Au­tor: Jo­han­na

Links:
‘Mit­te- Stu­die’ der Fried­rich- Ebert- Stif­tung (FES | Ar­chiv)
Die ge­sell­schaft­li­che Mit­te geht nicht ver­lo­ren, sie wird dis­kre­di­tiert (Welt)
ZDF-Kle­ber ent­larvt Asyl-Stu­die (Bild)
Ga­bri­el kri­ti­siert Asyl-Stu­die von SPD-na­her Stif­tung sehr deut­lich (Welt)

Ti­tel­fo­to: Gerd Fah­ren­horst [CC BY 4.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons

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