No­ti­zen

Klei­ne Samm­lung von No­ti­zen und Ge­dan­ken zu di­ver­sen The­men. Kur­ze, pä­gnan­te De­fi­ni­tio­nen und Aus­sa­gen sind bis­wei­len nütz­lich in im­mer den glei­chen Dis­kur­sen … 😉

Re­prä­sen­ta­ti­ve (be­treu­te) De­mo­kra­tie ver­hält sich zu di­rek­ter (ech­ter) De­mo­kra­tie wie kon­trol­lier­te Of­fen­si­ve zu Of­fen­si­ve im Fuß­ball­jar­gon. Ers­te­res ist al­so ein Eu­phe­mis­mus des min­des­tens hal­ben Ge­gen­teils von Letz­te­rem.

Hu­ma­nis­mus grün­det in der Ver­nunft und be­ruht da­mit nie­mals al­lein auf Ge­sin­nungs­ethik , son­dern stets auf Ver­ant­wor­tungs­ethik. Ge­sin­nungs­ethik ist ei­ne idea­le The­se, die erst im Dis­kurs mit der die Rea­li­tät und die Na­tur des Men­schen re­prä­sen­tie­ren­den An­ti­the­se in der ver­ant­wor­tungs­ethisch ge­präg­ten Syn­the­se als Re­sul­tat ei­nes dia­lek­ti­schen Pro­zes­ses in der Pra­xis zur Ent­fal­tung kom­men kann.”

“Mit der In­tel­li­genz ver­hält es sich wie mit dem Geld: Wem es dar­an man­gelt, der re­det dar­über.”

“Kein Mensch lebt für ei­nen an­de­ren. Es sei denn, er tut es aus na­tur­ge­ge­be­nem In­stinkt oder aus frei ge­wähl­ter Über­zeu­gung.” (Sie­he hier­zu die Be­deu­tung der Be­grif­fe ‘Sub­jekt’ und ‘Ob­jekt’)

Das We­sen des Men­schen ist ein Dreikang von ‘Na­tur, Kul­tur & Er­fah­rung’. Je har­mo­ni­scher er klingt, des­to mehr ist der Mensch mit sich im Rei­nen. Für mensch­li­che Ge­mein­schaf­ten und Ge­sell­schaf­ten gilt das glei­che. (Ei­ne Ent­spre­chung hier­zu gibt es im Chris­ten­tum mit der Drei­fal­tig­keit von ‘Kör­per, See­le & Geist’ bzw. ‘Va­ter, Sohn & hei­li­ger Geist’) »mehr da­zu

Uni­ver­sa­li­tät im Men­schen­recht steht für All­ge­mein­gül­tig­keit. Das heißt, dass Men­schen­rech­te über­all für al­le Men­schen gül­tig sind. Da­mit die ers­te sub­jek­ti­ve Be­deu­tung prak­tisch rea­li­sier­bar ist, muss die zwei­te in­ter­sub­jek­ti­ve Be­deu­tung er­füllt wer­den: Die An­er­ken­nung des Men­schen­rech­tes und des­sen Gel­tung für je­den Men­schen. Da­bei ist je­der Mensch da­zu ver­pflich­tet, die Men­schen­rech­te sei­ner Mit­men­schen zu re­spek­tie­ren. Denn wenn sich je­mand auf die Men­schen­rech­te be­ruft, aber die­se in der Mit­welt nicht an­er­kannt wer­den, ist die Be­ru­fung ei­nes je­den Men­schen auf die­sel­ben Men­schen­rech­te zum Schut­ze sei­ner ele­men­ta­ren In­ter­es­sen, nicht er­füllt wor­den. Des­halb wer­den trag­fä­hi­ge und recht­li­che In­stru­men­te ge­braucht, um die all­ge­mein­gül­ti­ge An­er­ken­nung der Men­schen­rech­te zu ga­ran­tie­ren. (über­nom­men aus dem Ar­ti­kel Men­schen­rech­te, Wi­ki­pe­dia)

Po­li­tik hat die Auf­ga­be, die Ge­sell­schaft ge­mäß dem Men­schen zu ge­stal­ten. So­zia­li­sa­ti­on hat die Auf­ga­be, Men­schen ge­mäß der Ge­sell­schaft zu ge­stal­ten. In­te­gra­ti­on er­for­dert per­sön­li­ches Be­mü­hen. Denn je­der Mensch kann sich än­dern. Aber kein Mensch kann die Men­schen än­dern.

Klu­ge Po­li­tik er­kennt man dar­an, dass sie ei­ne Ge­sell­schaft eint. Un­klu­ge Po­li­tik dar­an, dass sie ei­ne Ge­sell­schaft spal­tet.

Ras­sis­mus dient der ge­ne­ra­li­sier­ten ideo­lo­gi­schen Ra­tio­na­li­sie­rung, Ver­brä­mung oder Recht­fer­ti­gung von Ängs­ten oder Be­gehr­lich­kei­ten im Kampf um Res­sour­cen. Un­ter­schie­de der Kul­tur, Re­li­gi­on oder Ideo­lo­gie kön­nen da­bei eben­so als Ma­ni­fes­ta­ti­on von An­sprü­chen wie als Vor­wand für An­spü­che fun­gie­ren.

Ras­sis­mus – De­fi­ni­ti­on nach Al­bert Mem­mi: „Der Ras­sis­mus ist die ver­all­ge­mei­ner­te und ver­ab­so­lu­tier­te Wer­tung tat­säch­li­cher oder fik­ti­ver Un­ter­schie­de zum Nut­zen des An­klä­gers und zum Scha­den sei­nes Op­fers, mit der sei­ne Pri­vi­le­gi­en oder sei­ne Ag­gres­sio­nen ge­recht­fer­tigt wer­den sol­len“ (über­nom­men aus dem Ar­ti­kel Ras­sis­mus, Wi­ki­pe­dia).

Rechts & links sind bei­des wert­vol­le Aus­rich­tun­gen. Rechts be­deu­tet im Kern, auf Ei­gen­wohl be­dacht zu sein und links be­deu­tet im Kern, auf Fremd­wohl be­dacht zu sein. Im Grun­de ge­nom­men sind das nur zwei Sei­ten ei­ner Me­dail­le: Wert­schät­zung sei­ner selbst und Wert­schät­zung an­de­rer. Un­ge­fähr halb & halb er­gibt das ge­nau die rich­ti­ge Mi­schung und die ist in je­dem ge­sun­den Men­schen vor­han­den. Kritsch wird es dann, wenn ein Mensch ex­trem wird, al­so nur auf das Ei­gen­wohl oder nur auf das Fremd­wohl be­dacht ist. Bei­des funk­tio­niert nicht. Man muss ei­nen Aus­gleich an­stre­ben.

Schuld ist im­mer et­was per­sön­li­ches. Da­zu muss man et­was Bö­ses ge­tan ha­ben oder et­was Gu­tes vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig un­ter­las­sen ha­ben. Mehr gibt es nicht, was Schuld an­be­langt. Die­je­ni­gen, die ih­re Kin­der und En­kel in Schuld­ge­füh­len fes­seln wol­len, statt Ver­ant­wor­tung für Ge­gen­wart und Zu­kunft zu über­neh­men, in­stru­men­ta­li­sie­ren Ge­schich­te und sind da­her die Schul­di­gen an ge­gen­wär­ti­gem und künf­ti­gem Un­recht. 

Wer Schuld über­nimmt für et­was, das er nicht ge­tan hat, macht sich mit­schul­dig, denn er ver­schafft den wah­ren Schul­di­gen ein Ali­bi und ver­hin­dert da­mit, dass schuld­haf­tes Han­deln ab­ge­stellt wer­den kann.

Nie­mand muss Män­ner bzw. Frau­en mö­gen. Aus per­sön­li­cher An­ti­pa­thie oder Ent­täu­schung ein Wert­ur­teil über ein gan­zes Ge­schlecht ab­zu­lei­ten oder ein Ge­schlecht zu ver­un­glimp­fen, ist al­ler­dings klas­si­scher Se­xis­mus. Män­ner sind we­der bes­ser noch schlech­ter als Frau­en – sie sind nur an­ders. | Ach, sie mei­nen nur schwar­ze oder wei­ße Män­ner oder Frau­en? Ok, dann kommt zum Se­xis­mus na­tür­lich auch noch Ras­sis­mus hin­zu!

Al­le Op­fer von Ter­ror & Ge­walt ha­ben das glei­che Mit­ge­fühl und den glei­chen Re­spekt ver­dient. Ei­ne Ge­sell­schaft, die zwi­schen den Op­fern Un­ter­schie­de macht, ein­äu­gig ist, Pro­ble­me leug­net oder ver­tuscht, die of­fe­ne, ehr­li­che und ta­bu­lo­se Aus­ein­an­der­set­zung mit Ge­walt im Kon­text mit Kul­tur, So­zia­li­sa­ti­on, Ideo­lo­gie, Re­li­gi­on o.ä. scheut, den Dis­kurs über struk­tu­rel­le Ur­sa­chen, Grün­de und Mo­ti­ve ver­wei­gert und da­mit Ver­stän­di­gung und Be­frie­dung im Sin­ne ei­nes ge­rech­ten In­ter­es­sen­aus­gleichs und mit dem Ziel ei­nes fai­ren Ge­ben & Neh­men un­mög­lich macht, trägt Mit­schuld an der Ge­walt.

Geschicht­li­che Ver­ant­wor­tung be­deu­tet nicht, Schuld und Las­ten der Ver­gan­gen­heit Kin­dern und En­kel­kin­dern auf­zu­bür­den, son­dern aus der Ge­schich­te zu LER­NEN und Ver­ant­wor­tung für Ge­gen­wart und Zu­kunft zu über­neh­men. Es be­deu­tet da­her nicht, die Krie­ge der Ver­gan­gen­heit fort­zu­führen, son­dern die der Ge­gen­wart zu be­en­den und die der Zu­kunft zu ver­hin­dern.

Ver­ant­wor­tung er­for­dert ra­tio­na­les Den­ken und Han­deln. Das kann lo­gi­scher­wei­se nur ge­gen­warts­be­zo­gen oder zu­kunfts­ge­rich­tet sein. Denn die Ver­gan­gen­heit kön­nen wir nicht än­dern, wir kön­nen nur aus ihr ler­nen und ver­suchen, es künf­tig bes­ser zu ma­chen. Je we­ni­ger Schuld­ge­füh­le wir da­bei mit uns her­um­schlep­pen, de­sto ra­tio­na­ler kön­nen wir han­deln.

Ver­ant­wor­tung trägt ein Mensch für sich und an­de­re. Wer für sich selbst Ver­ant­wor­tung über­nimmt, wird sich auch ein Bud­get Mild­tä­tig­keit ein­rich­ten. Ist das Bud­get er­schöpft, dann ist es Zeit, an sich und die Sei­nen zu den­ken. Wer das nicht tut, geht un­ter, und das nützt ihm selbst nicht und auch de­nen nicht, die ihm ver­trau­en und für die er Ver­ant­wor­tung trägt.

Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker: Dem Bür­ger kann es gleich sein, ob ei­ne un­sin­ni­ge Po­li­tik auf­grund ei­ner Ver­schwö­rung be­trie­ben wird oder ob die, die am Drü­cker sind, bloß kei­ne Ah­nung ha­ben. Mög­lich oder denk­bar ist oft bei­des. Und gar nicht so sel­ten trifft bei­des zu. Denn auch in Hin­ter­zim­mern re­giert bis­wei­len Di­let­tan­tis­mus!

Ei­ne ge­mein­sa­me Wahr­heit er­gibt sich nur aus dem ehr­li­chen Dis­kurs, der al­le Be­dürf­nis­se, In­ter­es­sen, Wün­sche und Wi­der­sprü­che re­spek­tiert und re­flek­tiert!

Aus­führ­li­cher: Ei­ne ge­mein­sa­me Wahr­heit er­gibt sich nur aus der Dia­lek­tik der Wi­der­sprü­che im ehr­li­chen Dis­kurs, der al­le Be­dürf­nis­se, In­ter­es­sen und Be­gehr­lich­kei­ten re­spek­tiert und re­flek­tiert. Denn nur so kön­nen die Wi­der­sprü­che auf­ge­ho­ben (be­wahrt, auf­ge­löst und in ei­ne neue Qua­li­tät em­por­ge­ho­ben) wer­den!

An­mer­kung: Work in pro­gress! Das be­deu­tet, dass im­mer mal wie­der No­ti­zen hin­zu­ge­fügt, ver(schlimm)bessert oder auch ent­fernt wer­den kön­nen, wenn sie sich als un­sin­nig er­wie­sen ha­ben soll­ten. Ich über­neh­me kei­ne Ge­währ da­für, dass ein je­der die­ser Ge­dan­ken im­mer und über­all der Weis­heit letz­ter Schluss ist. Aber die meis­ten sind es na­tür­lich schon, nicht wahr? 😉

Ti­tel­bild: Paul Cé­zan­ne [Pu­blic do­main or Pu­blic do­main], via Wi­ki­me­dia Com­mons, be­ar­bei­tet

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