Schutz von Gren­zen und Bür­gern erst­mals auch im Bun­des­tag ge­for­dert

Hin­ter­grund

Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel hat­te im Herbst 2015 in der Fern­seh­sen­dung ‘An­ne Will’ ge­sagt, Deutsch­land kön­ne sei­ne Gren­zen nicht schlie­ßen. Die­se Aus­sa­ge hat­te bei Ex­per­ten für Kopf­schüt­teln (2) ge­sorgt so­wie Wi­der­spruch in den Me­di­en her­vor­ge­ru­fen. Der ‘Welt’- Haupt­stadt- Kor­re­spon­dent Ro­bin Alex­an­der hat in sei­nem Buch ‘Die Ge­trie­be­nen’ an­hand von In­si­der-In­for­ma­tio­nen dar­ge­legt, dass die Bun­des­po­li­zei ei­ne Wo­che nach der Grenz­öff­nung be­reit stand, die Gren­ze wie­der zu schlie­ßen. Doch die Kanz­le­rin er­teil­te kei­nen Ein­satz­be­fehl.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel er­läu­tert am 07.10.2015 in der ARD bei ‘An­ne Will’ ih­re Flücht­lings­po­li­tik. Da­bei er­klärt sie u.a., dass Deutsch­land sei­ne Gren­zen nicht schlie­ßen kön­ne (ab min 14:02). Die gan­ze Sen­dung ist auch und ge­ra­de in der Re­tro­spek­ti­ve sehr in­for­ma­tiv!!! [Er­satz­link]. Den Ef­fek­te der Grenz­schlie­ßung in Un­garn kann man in der Tat be­mes­sen: Die Gren­zen sind dicht!

Plan­te Bun­des­re­gie­rung im Sep­tem­ber 2015 Grenz­schlie­ßung?

Kein Geld für UN-Flücht­lings­la­ger, da­für Will­kom­mens­kul­tur in Deutsch­land

Aus­lö­ser der Flücht­lings­strö­me aus Nah­ost war ei­ne Un­ter­fi­nan­zie­rung der UN-Flücht­lings­la­ger (2) in und um Sy­ri­en und Irak, die be­reits im Herbst 2014 be­kannt war. Es fehl­ten nur we­ni­ge hun­dert Mio Eu­ro. Doch die Bun­des­re­gie­rung re­agier­te eben­so we­nig wie an­de­re Staa­ten. Nach­dem dann 2015 die Le­bens­mit­tel­ra­tio­nen dras­tisch ge­kürzt wor­den wa­ren, mach­ten sich zig­tau­sen­de Men­schen aus den La­gern auf den Weg nach Eu­ro­pa.

In Win­des­ei­le ging die Bot­schaft um die Welt, dass Eu­ro­pa nie­man­den an der Gren­ze ab­weist und dass in Deutsch­land ei­ne groß­zü­gi­ge Will­kom­mens­kul­tur ze­le­briert wird. Jun­ge Män­ner, erst aus dem Bal­kan (Al­ba­ni­en, Ko­so­vo, Ser­bi­en, Ma­ze­do­ni­en) und spä­ter aus dem ge­sam­ten Na­hen, Mitt­le­ren und so­gar fer­ne­res Os­ten so­wie aus Afri­ka nutz­ten die Gunst der Stun­de und misch­ten sich im Früh­jahr, Som­mer und Herbst 2015 in die Mi­gran­ti­ons­strö­men nach Mit­tel­eu­ro­pa. Erst der Win­ter so­wie die Schlie­ßung der Bal­kan­rou­te und der Mer­kel-EU-Deal mit der Tür­kei im Früh­jahr 2016 lie­ßen die Flücht­lings­flut ab­eb­ben.

Als im Spät­som­mer 2015 tau­sen­de Flücht­lin­ge in Un­garn fest­sa­ßen und in den Me­di­en un­schö­ne Bil­der von den pri­mi­ti­ven Zu­stän­den rund um den Bahn­hof in Bu­da­pest ge­zeigt wur­den, stimm­te Bun­de­kanz­le­rin Mer­kel ver­mut­lich auf Drän­gen des un­ga­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Or­ban in der Nacht vom 04. auf den 05. Sep­tem­ber der Über­nah­me der Flücht­lin­ge nach Deutsch­land zu. In den fol­gen­den Stun­den wur­den tau­sen­de Men­schen in ei­ner Nacht- und Ne­bel-Ak­ti­on in hun­der­ten Bus­sen an die deut­sche Gren­ze trans­por­tiert. Deut­sche Si­cher­heits­ex­per­ten vom Ver­fas­sungs­schutz, dem BND und der Bun­des­po­li­zei (Grenz­schutz) äu­ßer­ten sich Wo­chen spä­ter ent­setzt über die deut­sche Po­li­tik [Er­satz­link] und warn­ten vor In­sta­bi­li­tät und ei­ner ‘Ab­kehr vie­ler Bür­ger vom Ver­fas­sungs­staat’.

Be­reits zu­vor, im Au­gust 2015, soll das Kanz­ler­amt ver­fügt ha­ben, dass Sy­rer pau­schal, al­so oh­ne Durch­lau­fen ei­nes Prü­fungs­ver­fah­rens, sub­si­diä­ren Schutz als Asyl­be­wer­ber er­hal­ten soll­ten. Die Nach­rich­ten­la­ge hier­zu ist al­ler­dings wi­der­sprüch­lich. In ei­nem Ar­ti­kel des Spie­gel aus dem Sep­tem­ber 2015 heißt es, dass der Plan vom In­nen­mi­nis­te­ri­um ab­ge­lehnt und nicht um­ge­setzt wor­den sei. In ei­nem Ar­ti­kel der Zeit vom De­zem­ber 2015 hin­ge­gen steht, die Ein­zel­fall­prü­fung für Sy­rer sol­le wie­der ein­ge­führt wer­den. In die­sem Fal­le müss­te sie ja zu­vor aus­ge­setzt ge­we­sen sein.

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Nach wie vor kom­men 500 Män­ner pro Tag

Von 2014 bis Früh­jahr 2016 ka­men knapp 2 Mio Mi­gran­ten, in der Mehr­zahl Män­ner, nach Eu­ro­pa, fast 1,5 Mio da­von nach Deutsch­land. Seit Mit­te 2016 kom­men noch im­mer rund 500 Mi­gran­ten, zu­meist jun­ge, fit­te Män­ner, pro Tag aus Afri­ka über Ita­li­en, aus Asi­en und Nah­ost über die Bal­kan­rou­te und über Weiß­russ­land / Po­len aus Tsche­tsche­ni­en und dem Kau­ka­sus nach Deutsch­land und be­an­tra­gen Asyl. Das sind et­wa 15.000 bis 20.000 im Mo­nat oder 200.000 im Jahr. Da­mit kommt der­zeit pro Ge­burt zwei­er Kna­ben in Deutsch­land ein jun­ger Mann aus Nah­ost, Asi­en oder Afri­ka ins Land.

Il­le­ga­le Schleu­sung, il­le­ga­le Mi­gra­ti­on – wach­sen­der Druck auf Eu­ro­pa (Bild: BND)

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3 Kommentare

  1. […] kann be­kannt­lich laut Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel sei­ne Gren­zen nicht schüt­zen. In Sau­di- Ara­bi­en hin­ge­gen scheint der Bun­des­re­gie­rung im Ver­ein mit dem […]

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  2. […] Mi­gra­ti­on In 2017 ka­men re­la­tiv kon­stant mo­nat­lich gut 15.000 Mi­gran­ten nach Deutsch­land. Aus Afri­ka über die Süd-​Rou­te, aus Nah­ost über Schupf­lö­cher in […]

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  3. derPragmatiker17. Dezember 2017 um 11:43

    End­lich hö­re ich zu den The­men mal kla­re Wor­te aus dem Bun­des­tag!

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