Sturm auf Eu­ro­pa

Hun­der­te Afri­ka­ner stür­men EU-Gren­ze.

Nach­schub für EU und Kanz­le­rin: Wei­te­re neue Mer­kel­män­ner sind da. In der spa­ni­schen En­kla­ve Ceu­ta auf afri­ka­ni­schem Bo­den ge­lang es An­fang Au­gust rund 200 jun­gen Män­nern aus Afri­ka, den Grenz­zaun zu über­win­den (2) und in die EU zu ge­lan­gen. Die Mi­gran­ten wer­den u.a. mo­ti­viert von Re­ge­lun­gen und Äu­ße­run­gen von deut­schen und EU-Po­li­ti­kern, wel­che die il­le­ga­le Ein­rei­se nach Eu­ro­pa - über die Bal­kan­rou­te, das Mit­tel­meer oder auf sons­ti­gen We­gen - als aus­sichts­reich er­schei­nen las­sen.

Die deut­sche Kanz­le­rin sag­te (sinn­ge­mäß):

1. Das Asyl­recht kennt kei­ne Ober­gren­ze.
2. Deutsch­land kann sei­ne Gren­zen nicht schüt­zen.
3. Wir ha­ben kei­nen Ein­fluss dar­auf, wie­vie­le kom­men.

Bis heu­te hat Mer­kel die­se Aus­sa­gen nicht zu­rück­ge­nom­men. Von jun­gen Män­nern aus al­ler Welt wer­den sie als Ein­la­dung auf­ge­fasst, in die deut­schen Asyl- und So­zi­al­sys­te­me ein­zu­wan­dern. Über die Bal­kan­rou­te, Ost­eu­ro­pa oder übers Mit­tel­meer. Erst die De­fi­zi­te und Grau­zo­nen in Ge­setz­ge­bung und Rechts­pra­xis sor­gen al­so für den töd­li­chen Sog. So­lan­ge die EU il­le­ga­le Mi­gra­ti­on ak­zep­tiert, wird es To­te im Mit­tel­meer ge­ben. Um das Ster­ben zu ver­hin­dern, gibt es zwei Op­tio­nen: Ent­we­der man lässt al­le Im­mi­gran­ten le­gal nach Eu­ro­pa kom­men - oder kei­nen il­le­gal. Bei­de Op­tio­nen be­ru­hen auf dem glei­chen Prin­zip: Der Rück­kehr zur Herr­schaft des Rechts!

Sturm auf Eu­ro­pa: Grup­pen­bild oh­ne Da­me.

Was be­deu­ten die Aus­sa­gen der Kanz­le­rin?

1. Wenn das Asyl­recht die Si­cher­heit der Bür­ger, gar die Exis­tenz des Staa­tes po­ten­ti­ell ge­fähr­det, dann wi­der­spricht es dem We­sen und Grund­ge­dan­ken der Ver­fas­sung. Theo­re­tisch und un­be­scha­det ei­ner ein­ge­hen­den ju­ris­ti­schen Prü­fung er­laubt das Asyl­recht - je­den­falls wie die Bun­deste­gie­rung es in­ter­pre­tiert und hand­habt - spä­tes­tens seit der Aus­set­zung des Dub­lin III Ab­kom­mens 7 Mrd Men­schen auf der Welt, ei­nen An­trag auf Asyl in Deutsch­land zu stel­len. In der Pra­xis be­deu­tet das, dass die­se Men­schen bis zum Ab­schluss des Ver­fah­rens, das sich über Jah­re hin­zie­hen kann, hier auf­wän­dig ver­sorgt wer­den. Es ge­hört nicht viel Phan­ta­sie da­zu, sich aus­zu­ma­len, wel­che Fol­gen ein noch grö­ße­rer An­sturm auf die hie­si­gen Asyl­sys­te­me als in den ver­gan­ge­nen 2 Jah­ren hät­te. Die Ver­fas­sung ei­nes Staa­tes kann aber nicht sei­ne Ab­schaf­fung zum Zweck ha­ben.

War­um al­so wur­de das Asyl­ge­setz nicht längst ge­än­dert, al­so et­wa kon­tin­gen­tiert? Üb­ri­gens: Ein ‘fai­led sta­te’ kann kei­nem ein­zi­gen Men­schen Asyl ge­wäh­ren.

2. Selbst­ver­ständ­lich kann und muss ein Staat sei­ne Gren­zen schüt­zen. Staats­ge­biet, Staats­volk und Staats­ge­walt bzw. das Staats­recht ma­chen ei­nen Staat ge­mäß der 3-Ele­men­te-Leh­re ja erst aus. Und war­um gibt es ei­ne Bun­des­wehr?

Dass es mög­lich ist, die Gren­zen zu schüt­zen, wird von Ex­per­ten wie Die­ter Ro­mann, dem Prä­si­den­ten der Bun­des­po­li­zei, be­stä­tigt, von klu­gen Köp­fen für selbst­ver­ständ­lich er­ach­tet und von ost­eu­ro­päi­schen Län­dern wie Un­garn tag­täg­lich prak­tisch vor­ge­führt. Deutsch­land selbst hat be­wie­sen, dass es sei­ne Gren­zen schüt­zen kann, als es sei­ne Gren­zen im Zu­ge des G7- und des G20-Gip­fels kon­trol­liert und ge­schützt hat und da­bei durch­aus sehr ef­fek­tiv war. Wenn es um die Si­cher­heit von Po­li­ti­kern geht, kann Deutsch­land sei­ne Gren­zen al­so schüt­zen. War­um soll das nicht funk­tio­nie­ren, wenn es um Si­cher­heit und Wohl­erge­hen der Bür­ger geht?

Wer be­strei­tet, dass Deutsch­land sei­ne Gren­zen schüt­zen kann, sagt nicht die Wahr­heit. Kein li­be­ra­ler So­zi­al­staat kann es sich leis­ten, il­li­be­ra­le Ideo­lo­gi­en zu för­dern und kommt oh­ne kon­se­quen­ten Schutz der So­zi­al­sys­te­me vor ei­ner über­mä­ßi­gen In­an­spuch­nah­me durch ei­ne un­li­mi­tier­te An­zahl zu­sätz­li­cher Leis­tungs­neh­mer aus.

Und es wi­der­holt sich doch…

3. Die Re­ge­lung, dass je­der, der eu­ro­päi­schen Bo­den be­tritt, un­ab­hän­gig von Mo­ti­ven, Fä­hig­kei­ten, Ein­stel­lun­gen und So­zia­li­sa­ti­on auf Jah­re hin­aus und oft­mals für im­mer in Eu­ro­pa blei­ben darf, ist eben­so frag­wür­dig wie die Pra­xis, Mi­gran­ten vor der li­by­schen Küs­te auf­zu­neh­men und nach Ita­li­en zu schip­pern. Bringt man il­le­ga­le Mi­gran­ten kon­se­quent dort­hin zu­rück, wo sie her­kom­men, lie­ßen sich die Pro­ble­me an den Gren­zen und auch das Ster­ben der Mi­gran­ten im Mit­tel­meer in we­ni­gen Mo­na­ten nach­hal­tig ent­schär­fen, wie man an den Bei­spie­len Aus­tra­li­en und Spa­ni­en se­hen kann.

Und nimmt man das Geld, das man hier für we­ni­ge Mio meist jun­ge Män­ner viel­fach zum Fens­ter hin­aus wirft und tut da­mit et­was Sinn­vol­les für zig Mio Fa­mi­li­en vor Ort und be­müht sich auch an­sons­ten in der in­ter­na­tio­na­len Po­li­tik und Wirt­schaft ernst­haft um Frie­den und Ver­bes­se­rung der Le­bens-, Ar­beits- Han­dels- und sons­ti­gen Be­din­gun­gen, so lässt sich - die Mit­wir­kung der Men­schen vor Ort und ih­rer ver­ant­wort­li­chen Po­li­ti­ker vor­aus­ge­setzt, denn kein Land kann die Pro­ble­me ei­nes an­de­ren Lan­des lö­sen - das Mi­gra­ti­ons­pro­blem in we­ni­gen Jah­ren nach­hal­tig ent­schär­fen. Was es vor al­lem da­zu braucht, ist gu­ter Wil­le!

Der Ha­ken dar­an: Da­mit ver­dient man kein Geld.

Sturm auf die Gren­ze

Dass die Gren­zen zu den spa­ni­schen En­kla­ven auf afri­ka­ni­schem Bo­den, Ceu­ta und Me­lil­la, ge­stürmt wer­den, ist schon öf­ters vor­ge­kom­men. Die­ser Sturm fand schon zu Be­ginn des Jah­res statt. Da­bei wur­den 55 Po­li­zis­ten und Si­cher­heits­kräf­te ver­letzt: “Et­wa 1100 afri­ka­ni­sche Mi­gran­ten ha­ben ver­sucht, über den Zaun in die spa­ni­sche Ex­kla­ve Ceu­ta in Ma­rok­ko zu ge­lan­gen.”

Links:
Afri­kas Exo­dus (BAZ on­line)
Flücht­lings­kri­se: In Ita­li­en kippt die Stim­mung (JF)
Flücht­lings­un­ter­kunf­tIn­gol­stadt: Und sie war­ten (Zeit)
Ethi­scher Rea­lis­mus und Mi­gra­ti­on (Zwie­denk)

Ti­tel­bild: Screen­shot obers­tes Vi­deo

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