Wahl­recht für Aus­län­der?

Thi­lo Jung von Jung & Na­iv und sein In­ter­view­part­ner Alex­an­der Thei­ler kön­nen kei­nen Grund da­für aus­ma­chen, war­um das Wahl­recht für den Bun­des­tag auf deut­sche Staats­bür­ger be­schränkt sein soll­te und schon lan­ge hier le­ben­de Aus­län­der nicht auch wäh­len dür­fen . Und was den­ken an­de­re dar­über?

Jung & Na­iv - Vi­deo auf face­book - Wahl­recht für Aus­län­der

Ich fin­de, dass es doch (min­des­tens) ei­nen gu­ten Grund gibt, das Wahl­recht auf deut­sche Staats­bür­ger zu be­schrän­ken:

Wer ei­nen an­de­ren Pass hat als den deut­schen, der hat noch an­ders­wo ei­nen Zu­fluchts­ort und ist da­her nicht auf Ge­deih & Ver­derb auf Deutsch­land an­ge­wie­sen. Wenn hier al­so das Cha­os aus­bricht, so kann er sich im Not­fall aus dem Staub ma­chen und das Land ver­las­sen. Das kann je­mand, der nur ei­nen deut­schen Pass hat, nicht. Denn kein an­de­res Land der Welt legt das Asyl­recht so groß­zü­gig aus wie Deutsch­land - au­ßer viel­leicht noch Schwe­den. Und ob da wei­ße Män­ner will­kom­men sind, muss man auch be­zwei­feln …

Für den ei­nen ist Deutsch­land al­so ei­ne Chan­ce un­ter an­de­ren Chan­cen, für den an­de­ren die ein­zi­ge Chan­ce und da­her Schick­sal. Für wen von bei­den hat das Wohl­erge­hen die­ses Lan­des dann wohl die grö­ße­re Be­deu­tung und wer von bei­den wird sich mit grö­ße­rem Ernst da­mit aus­ein­an­der- und da­für ein­set­zen? Und wer sich wirk­lich mit dem Land ver­bun­den fühlt und schon lan­ge hier lebt und gut in­te­griert ist, hat ja die Mög­lich­keit, die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit zu er­lan­gen und darf dann auch hier wäh­len.

Ob das dann auch in der Pra­xis wirk­lich so ist und al­le Wäh­ler mit deut­schem Pass - Ein­ge­bo­re­ne wie Zu­ge­wan­der­te - sich hier tat­säch­lich ernst­haft & kom­pe­tent mit der Zu­kunft und dem Schick­sal ih­res Lan­des aus­ein­an­der­set­zen, be­vor sie zur Wahl­ur­ne schrei­ten, das ist ei­ne an­de­re Fra­ge. Eben­so wie die Fra­ge, ob Wah­len nicht so­wie­so längst ver­bo­ten wä­ren, wenn sie et­was än­dern könn­ten …

Ei­ne use­rin mit MiHi schrieb zum The­ma - sinn­ge­mäß:

“… Ich ha­be mei­ne al­te Staats­bür­ger­schaft auf­ge­ge­ben, um die deut­sche Staats­bür­ger­schaft an­zu­neh­men. Denn ich füh­le mich - trotz mei­ner kul­tu­rel­len Un­ter­schie­den­heit - der deut­schen Ge­sell­schaft zu­ge­hö­rig und ha­be hier mei­nen Le­bens­mit­tel­punkt. Schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen ge­hö­ren zum Le­ben, und wer sich nicht ein­deu­tig für Deutsch­land ent­schei­den kann, der soll­te hier auch nicht wäh­len dür­fen. So ein­fach ist das.”

Un­ter dem face­book- Bei­trag von Jung & Na­iv zu die­sem The­ma (Link sie­he oben) fin­det man noch ei­ne Men­ge wei­te­rer Pro- und Con­tra- An­sich­ten zum The­ma ‘Wahl­recht für Nicht-Deut­sche’.


Ist Deutsch­land über­haupt ei­ne De­mo­kra­tie? In ei­nem wei­te­ren In­ter­view geht Thi­lo Jung zu­sam­men mit Os­kar La­fon­tai­ne, ei­nem Po­li­ti­ker der Par­tei ‘Die Lin­ke’, die­ser Fra­ge nach. Der Ex-Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter (zu je­ner Zeit noch in der SPD) meint: ‘De­mo­kra­tie nen­nen wir ei­ne Ge­sell­schaft, in der sich die In­ter­es­sen der Mehr­heit durch­set­zen’. […]. Und er sagt wei­ter, ‘es sei ein Mär­chen, zu sa­gen, in Deutsch­land setz­ten sich die In­ter­es­sen der Mehr­heit durch’.

Thi­lo Jung mit Os­kar La­fon­tai­ne (Kurz­fas­sung). Hier die Lang­fas­sung des In­ter­views (1:11:35 h)

Ti­tel­bild: By Frank Schwich­ten­berg (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons

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