Zi­ta­te Mi­gra­ti­on

Teils klu­ge Wor­te, teils viel­sa­gen­de State­ments und häu­fig ha­ne­bü­che­ner Un­sinn: Po­li­ti­ker und Pro­mi­nen­te äu­ßern sich zu all­ge­mei­nen Fra­gen der Mi­gra­ti­on und zur ak­tu­el­len Asyl- und Flücht­lings­kri­se seit 2015 und ver­ra­ten da­bei nicht sel­ten ei­ne Men­ge über sich, ih­re Geis­tes­hal­tung & Ge­sin­nung und ih­re Ein­stel­lung zum Bür­ger.

„Die Flücht­lings­kri­se ist die größ­te Her­aus­for­de­rung, vor der Deutsch­land je stand. Grö­ßer als die Wie­der­ver­ei­ni­gung. Da­mals tra­fen Men­schen auf­ein­an­der, die al­le Deutsch spra­chen und ei­nen ähn­li­chen kul­tu­rel­len Hin­ter­grund hat­ten. Das ist heu­te an­ders.“ (Vol­ker Bouf­fier (CDU), 19.10. 2015, Welt)

Ei­ni­ge glau­ben, der un­ga­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Vik­tor Or­ban leh­ne die Mas­sen­ein­wan­de­rung kul­tur­frem­der jun­ger Män­ner des­halb ab, weil er 4 Töch­ter und ei­ne schö­ne Frau ha­be, de­ren Si­cher­heit er eben­so we­nig ge­fähr­den wol­le wie die al­ler an­de­ren Mäd­chen und Frau­en, die in Un­garn le­ben. (Fo­to: By Mi­niszte­reln­ökség (http://​www​.mi​niszte​rel​nok​.hu/) [CC BY-SA 4.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons

„Un­ser Land wird sich än­dern, und zwar dras­tisch. Und ich freue mich drauf!“ (Kat­rin Gö­ring-Eck­art, Quel­len: Spie­gel, Wi­ki­Quo­te, reu­ters)

“Will­kom­mens­kul­tur ist der bes­te Schutz vor Ter­ro­ris­mus” (Kat­rin Gö­ring-Eck­art, MDR-Ak­tu­ell, 15.11.2015)

„Es geht ei­ner­seits dar­um, sind wir ein Land, was für Mi­gran­tin­nen und Mi­gran­ten of­fen ist, was Leu­te an­zieht. Die wir üb­ri­gens drin­gend brau­chen. Nicht nur die Fach­kräf­te, son­dern weil wir, weil wir auch Men­schen hier brau­chen, äh die äh in un­se­ren So­zi­al­sys­te­men zu Hau­se sind und sich auch zu Hau­se füh­len kön­nen.“ (Kat­rin Gö­ring-Eck­art, ARD-Mo­Ma, Re­zen­si­on Ach­gut, Ok­to­ber 2013)

Flücht­lin­ge ma­chen Deutsch­land re­li­giö­ser, viel­fäl­ti­ger und jün­ger (Kat­rin Gö­ring-Eck­art, 8. No­vem­ber 2015 vor der EKD-Syn­ode in Bre­men, Idea)

„Wir krie­gen jetzt plötz­lich Men­schen ge­schenkt“ (Kat­rin Gö­ring-Eck­art, 8. No­vem­ber 2015 vor der EKD-Syn­ode in Bre­men, Wi­ki­quo­te, Idea)

“Wenn die In­te­gra­ti­on teu­er wird, wol­len die Leu­te nicht län­ger an der Na­se her­um­ge­führt wer­de. Die Po­li­tik müs­se den Men­schen nun sa­gen: Ja, Leu­te, es kos­tet was, aber am En­de pro­fi­tie­ren wir al­le da­von – mit mehr Si­cher­heit, üb­ri­gens auch so­zia­ler Si­cher­heit.” (Kat­rin Gö­ring-Eck­art, Wi­ki­quo­te, Fo­cus on­line 30.04.2018, Vi­deo)

“Nie­man­dem wird et­was weg­ge­nom­men, weil Flücht­lin­gen ge­hol­fen wird.” (Vol­ker Kau­der, 02.03.2016,  Ta­ges­spie­gel)

“Das, was An­ge­la Mer­kel ge­ra­de mit Deutsch­land an­stellt, wür­de kein Mensch mit sei­ner Woh­nung tun. Selbst der gut­mü­tigs­te Mensch der Welt wür­de sich doch, be­vor er Gäs­te auf­nimmt, die Fra­ge stel­len, wie groß die Woh­nung ist, wie vie­le Gäs­te er auf­neh­men kann, wie vie­le Mit­be­woh­ner sei­ne Brief­ta­sche und sei­ne Ner­ven ver­kraf­ten kön­nen und wer die neue Be­woh­ner über­haupt sind.” (Ha­rald Mar­ten­stein, 11.10.2015, Ta­ges­spie­gel)

“Es gibt kein Grund­recht auf in­ne­re Si­cher­heit.” (wört­lich: „In un­se­rem Grund­ge­setz steht ein sol­ches Grund­recht auf in­ne­re Si­cher­heit nicht.“; Hei­ko Maas, 16.12.2014, Quel­len: SZ, Wetz­lar-Ku­rier). An­lass für die­se Aus­sa­ge war ein von der CDU auf ih­rem Bun­des­par­tei­tag kurz zu­vor be­schlos­se­ner Leit­an­trag für ei­nen “star­ken Staat”, in dem ein “Grund­recht” auf in­ne­re Si­cher­heit in Deutsch­land pos­tu­liert wird.

“Es gibt kei­ne Ver­bin­dung, kei­ne ein­zi­ge nach­weis­ba­re Ver­bin­dung zwi­schen dem Ter­ro­ris­mus und den Flücht­lin­gen…” (Hei­ko Maas, 16.11.2015,  evan​ge​lisch​.de, RP​-on​line​.de)

“Es gibt kei­ne Ver­bin­dung, kei­ne ein­zi­ge nach­weis­ba­re Ver­bin­dung zwi­schen dem Ter­ro­ris­mus und den Flücht­lin­gen…” (Hei­ko Maas, ARD Mor­gen­ma­ga­zin, ca. 16.11.2015, Min 2:26 im Vi­deo)

„Die Mil­li­ar­den für die In­te­gra­ti­on wur­den in die­sem Land er­wirt­schaf­tet und wur­den nie­man­dem weg­ge­nom­men.“ (Hei­ko Maas bei May­b­ritt Ill­ner, Ok­to­ber 2016 [?], Ci­ce­ro, Sci­Fi)

“Die mul­ti­kul­tu­rel­le Ge­sell­schaft ist gran­di­os ge­schei­tert.” (An­ge­la Mer­kel, 2004, Wi­ki­quo­te)

“Wir müs­sen ak­zep­tie­ren, dass die Zahl der Straf­ta­ten bei ju­gend­li­chen Mi­gran­ten be­son­ders hoch ist” (An­ge­la Mer­kel, Welt, 18.06.2011). – An­mer­kung: Mit ‘Ak­ze­pie­ren’ mein­te Mer­kel si­cher­lich nicht, dass man die Straf­ta­ten von ju­gend­li­chen Mi­gran­ten ak­zep­tie­ren müs­se, son­dern viel­mehr, dass man die Tat­sa­che ak­zep­tie­ren müs­se, dass die Zahl der Straf­ta­ten bei ju­gend­li­chen Mi­gran­ten be­son­ders hoch ist. Das be­deu­tet aber im Um­kehr­schluss, dass Mer­kel sich des Um­stan­des be­wusst ist, dass die Ein­wan­de­rung hun­dert­tau­sen­der jun­ger, männ­li­cher Mi­gran­ten zu ei­ner er­heb­li­chen Stei­ge­rung der Kri­mi­na­li­tät in der Ge­sell­schaft führt. Die Fra­ge stellt sich, wie sie ih­re Mi­gra­ti­ons­po­li­tik seit 2015 mit ih­rem Amts­eid als Kanz­le­rin in Über­ein­klang brin­gen will. Die­ser Amts­eid lau­tet wie folgt: “Ich schwö­re, dass ich mei­ne Kraft dem Woh­le des deut­schen Vol­kes wid­men, sei­nen Nut­zen meh­ren, Scha­den von ihm wen­den, das Grund­ge­setz und die Ge­set­ze des Bun­des wah­ren und ver­tei­di­gen, mei­ne Pflich­ten ge­wis­sen­haft er­fül­len und Ge­rech­tig­keit ge­gen je­der­mann üben wer­de. So wahr mir Gott hel­fe.” Kann ei­ne Po­li­tik, die mehr Ge­walt­kri­mi­na­li­tät zur Fol­ge hat, im Sin­ne die­ses Amts­ei­des sein? Zu­mal in An­be­tracht des Um­stan­des, dass das ‘Recht auf Le­ben und kör­per­li­che Un­ver­sehrt­heit’ laut GG 2.2 ein Grund­recht ist? Wohl kaum, fin­de ich.

„Ich muss ganz ehr­lich sa­gen: Wenn wir jetzt an­fan­gen, uns noch ent­schul­di­gen zu müs­sen da­für, dass wir in Not­si­tua­tio­nen ein freund­li­ches Ge­sicht zei­gen, dann ist das nicht mein Land.“ (An­ge­la Mer­kel, Ber­lin, n-tv, 15.09.2015, Wi­ki­quo­te)

Das Grund­recht auf Asyl für po­li­tisch Ver­folg­te kennt kei­ne Ober­gren­ze; das gilt auch für die Flücht­lin­ge, die aus der Höl­le ei­nes Bür­ger­kriegs zu uns kom­men […] Ich be­tei­li­ge mich an Schät­zun­gen nicht. Wir kön­nen auch nicht wis­sen, wie vie­le wie­der in ih­re Län­der zu­rück­keh­ren wer­den, wenn sich die La­ge dort ei­nes Ta­ges hof­fent­lich wie­der bes­sert. Aber kein Zwei­fel: Vie­le wer­den blei­ben.” (An­ge­la Mer­kel, ca. 11.09.2015, FAZ, RP)

Das Pro­blem ist ja: Sie kön­nen die Gren­zen nicht schlie­ßen. Wir ha­ben Grenz­kon­trol­len durch­ge­führt. Wenn wir die Gren­zen schlie­ßen wür­den – Deutsch­land hat 3.000 km Land­gren­ze – dann müss­ten wir um die­se 3.000 km ei­nen Zaun bau­en.” (An­ge­la Mer­kel bei An­ne Will, 07.10.2015, Quel­le: You­Tube, ab 14:02 min, in­di­rek­te Wie­der­ga­be beim DLF)

“Es liegt nicht in mei­ner Macht – und nicht in der Macht ir­gend­ei­nes Men­schen in Deutsch­land – zu be­stim­men, wie vie­le Men­schen hier­her kom­men.” (An­ge­la Mer­kel, 2015, Wi­ki­quo­te)

“Un­se­re Ge­sell­schaft wird wei­ter viel­fäl­ti­ger wer­den, das wird auch an­stren­gend, mit­un­ter schmerz­haft sein. Un­ser Zu­sam­men­le­ben muss täg­lich neu aus­ge­han­delt wer­den. Es liegt an uns, ob wir dar­in den­noch eher die Chan­cen se­hen wol­len oder die Schwie­rig­kei­ten. Ei­ne Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft zu sein heißt, dass sich nicht nur die Men­schen, die zu uns kom­men, in­te­grie­ren müs­sen. Al­le müs­sen sich dar­auf ein­las­sen und die Ver­än­de­run­gen an­neh­men.” (Ay­dan Özoğuz, 21.09.2015, Bun­des­re­gie­rung)

„Das Pro­blem ist kein eu­ro­päi­sches Pro­blem. Das Pro­blem ist ein deut­sches Pro­blem.“ (Vik­tor Or­ban)
Quel­len: FAZ, Spie­gel, Mer­kur

„Gibt bis­her kei­nen Men­schen in Deutsch­land, der ei­nen Eu­ro we­ni­ger be­kommt, weil Flücht­lin­ge kom­men” (Wolf­gang Schäub­le, 19.09.2016, Twit­ter)

“Der grö­ße­re Teil von Flücht­lin­gen, die zur­zeit kom­men, sind kei­ne sy­ri­schen Fa­mi­li­en aus Alep­po, son­dern jun­ge Män­ner aus Af­gha­ni­stan. Ich kann de­ren Flucht­mo­ti­ve ver­ste­hen. Aber es ist kaum ver­tret­bar, dass wir die Bun­des­wehr län­ger in Af­gha­ni­stan be­las­sen und gleich­zei­tig die jun­gen Af­gha­nen auf­neh­men. Das Glei­che gilt für Pa­ki­sta­ner. Die Ver­fah­ren für Men­schen aus die­sen Staa­ten müs­sen be­schleu­nigt wer­den, und es muss kon­se­quent Rück­füh­run­gen ge­ben.” (Mar­tin Schulz, 07.12.2015, Welt)

„Was die Flücht­lin­ge uns brin­gen, ist wert­vol­ler als Gold.“ (Mar­tin Schulz)
Quel­len: RNZ​.de, AZM​.de, Spie­gel

“Wir ha­ben im Mo­ment kei­nen Zu­stand von Recht und Ord­nung. Es ist ei­ne Herr­schaft des Un­rechts.” (Horst See­ho­fer, 09.02.2016, Pas­sau­er Neue Pres­se, Zeit)

„Die rechts­staat­li­che Ord­nung in der Bun­des­re­pu­blik ist in die­sem Be­reich je­doch seit rund ein­ein­halb Jah­ren au­ßer Kraft ge­setzt und die il­le­ga­le Ein­rei­se ins Bun­des­ge­biet wird mo­men­tan de fac­to nicht mehr straf­recht­lich ver­folgt.“ (OLG Ko­blenz, 14.02.2017, sie­he auch Ach­gut)

„Das war ein Feh­ler, der uns noch lan­ge be­schäf­ti­gen wird. Ich se­he kei­ne Mög­lich­keit, den Stöp­sel wie­der auf die Fla­sche zu krie­gen.“ (Horst See­ho­fer, Spie­gel, 11.09.2015)

Mi­gra­ti­on sei ein „ent­schei­den­der Mo­tor für das Wirt­schafts­wachs­tum“ (Pe­ter Suther­land, Quel­le: Wi­ki­pe­dia)

Ko­fi An­n­an clear­ly in­di­ca­ted to me in that te­le­pho­ne call in 2005, he said: It’s ine­vi­ta­ble that mi­gra­ti­on is go­ing to be­co­me the key is­sue of our time. You’ve be­en all in­vol­ved in the com­mer­ci­al as­pects of this. Get in­vol­ved in this. (Pe­ter Suther­land, Quel­le: CFR​.org)

And fi­nal­ly, it is high­ly de­si­ra­ble to have mi­gra­ti­on if we have the right po­li­ci­es. But our po­li­ci­es sim­ply have not kept up with hu­man rea­li­ty. Ma­yors un­der­stand it much bet­ter than na­tio­nal po­li­ti­ci­ans. Ma­yors have to pro­vi­de the jobs, the shel­ter, the se­cu­ri­ty and all of that. So I think it’s a—I call a high-road po­li­cy, mul­ti­ple ent­ry vi­sas, du­al na­tio­na­li­ty, por­ta­ble so­ci­al se­cu­ri­ty benefits—all kinds of things, if we can just be a litt­le smar­ter in how we deal with it. Pe­ter, you foun­ded the WTO. And that was for free mo­ve­ment of ca­pi­tal, goods, and ser­vices. What makes that hap­pen? Peop­le. There’s no free mo­ve­ment of peop­le. And this is the ele­ment you’re tal­king about that’s ac­tual­ly mis­sing now. (Wil­liam La­cy Swing, Quel­le: CFR​.org)

“Das ist ei­ne gu­te Be­rei­che­rung un­se­rer Ar­beits­welt und un­se­rer Ge­sell­schaft, dass da nicht über­all äl­te­re graue Her­ren durch die Ge­gend lau­fen und lang­sam mit dem Au­to auf der Au­to­bahn rum­fah­ren, son­dern das wird ei­ne le­ben­di­ge Ge­sell­schaft.” (Frank- Jür­gen Wei­se, BAMF- Prä­si­dent, 2015. Quel­le: Epoch Times)


Links:
Die größ­ten Heu­che­lei­en in der Flücht­lings­po­li­tik (Welt)
Ru­pert Scholz: “Da liegt die Bun­des­kanz­le­rin falsch” (TS)
Nie­man­dem wird et­was weg­ge­nom­men – au­ßer die Si­cher­heit (Jun­ge Frei­heit)
Un­sinn von Hei­ko Maas: Öko­no­men ste­hen die Haa­re zu Ber­ge (Sci­Fi)

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial