Zu viel Wis­sen trübt das kla­re ein­sei­ti­ge Ur­teil!

Wenn man die Ge­schich­te ab 1492 be­gin­nen lässt, dann wa­ren Wei­ße zwei­fel­los die mit Ab­stand übels­ten Ko­lo­nia­lis­ten und Ras­sis­ten der Welt. 

Gut, zur Si­cher­heit soll­te man noch die eu­ro­zen­tris­ti­sche Bril­le auf­set­zen und sich nicht um das sche­ren, was in den Win­keln der Welt ge­schah, an de­nen die Wei­ßen kein In­ter­es­se hat­ten oder wo sie kei­ne güns­ti­ge Ge­le­gen­heit sa­hen. Und dass der Ko­lo­nia­lis­mus meist da­mit ein­her ging, dass man die oh­ne­hin schon mit­ein­an­der ri­va­li­sie­ren­den und ver­fein­de­ten Fürs­ten und Völ­ker der Re­gio­nen, in die man ein­drang, ge­gen­ein­an­der aus­spiel­te, lässt man bes­ser auch weg. Denn je­des ein­sei­ti­ge ein­deu­ti­ge kla­re Ur­teil ist ei­ne Fra­ge der In­ter­es­sen, der Per­spek­ti­ve und des his­to­ri­schen Aus­schnitts, den man be­trach­tet.

Auch das Os­ma­ni­sche Reich mit sei­nen Er­obe­rungs­zü­gen im Bal­kan und in Sla­wi­en, die Ara­ber mit ih­ren Skla­ven­jag­den in Afri­ka oder die nord­afri­ka­ni­schen Bar­ba­res­ken­staa­ten und ih­re Men­schen­raub­zü­ge an den Küs­ten Eu­ro­pas müs­sen nicht in­ter­es­sie­ren, wenn es dar­um geht, den ‘wei­ßen Ras­sis­mus’ an­zu­pran­gern. So we­nig wie die Grau­sam­keit der Az­te­ken, mit der sie ihr Reich in Mit­tel- Ame­ri­ka er­ober­ten und zu­sam­men­hiel­ten oder der Um­stand, dass die spa­ni­schen Kon­quis­ta­do­ren- Ar­me­en oft nur zu 1/10 oder we­ni­ger aus spa­ni­schen Sol­da­ten be­stand und zu 9/10 aus vor Ort an­ge­wor­be­nen Ver­bün­de­ten.

Mal ganz ab­ge­se­hen vom his­to­ri­schen Ge­sche­hen vor der Neu­zeit, ver­steht sich. Al­so von den Rei­chen und Er­obe­rungs­zü­gen der Ägyp­ter, Chi­ne­sen, As­sy­rer, Per­ser, Ba­by­lo­ni­er, Rö­mer oder Hun­nen etc.

Mit dem Ukrai­ne- Kon­flikt ver­hält es sich eben­so. Wenn man ihn ab 2022 be­gin­nen lässt und die Vor­ge­schich­te aus­blen­det, ist Pu­tin der Al­lein­schul­di­ge. Und wenn man den vom Wes­ten mit Geld und gu­ten Wor­ten un­ter­stütz­ten Re­gime Chan­ge in Kiew nicht wei­ter re­flek­tiert, der das Land, in dem laut Um­fra­gen von 2013 ziem­lich ge­nau die ei­ne Hälf­te der Be­völ­ke­rung mehr zum Os­ten und die an­de­re Hälf­te mehr zum Wes­ten ten­dier­te, aus ei­ner Brü­cke zwi­schen Ost und West in ein mit west­li­chem Geld, west­li­chen Waf­fen und na­tio­na­lis­ti­scher an­ti-rus­si­scher Pro­pa­gan­da hoch­ge­rüs­te­tes und voll­ge­stopf­tes An­häng­sel und ei­nen Vor­pos­ten des Wes­tens ver­wan­del­te, ist na­tür­lich auch die Se­gre­ga­ti­on und Auf­nah­me der Krim in den rus­si­schen Staat ei­ne An­ne­xi­on und ein ein­sei­ti­ger Akt der Ag­gres­si­on. Dass die Krim von 60% eth­ni­schen Rus­sen be­völ­kert ist, spielt da­bei kei­ne Rol­le. So­gar die Bay­ern müs­sen sich Ber­lin fü­gen!

Im güns­tigs­ten Fal­le hat man auch noch nie et­was von den ba­sa­len Stra­te­gi­en und Axio­men der US- Au­ßen­po­li­tik ge­hört oder ge­le­sen, wie sie von den Her­ren Zbi­gniew Brze­zin­ski und Ge­or­ge Fried­mann auch heu­te noch tau­frisch über­lie­fert wer­den und auch in der Mon­roe- Dok­trin zum Aus­druck kom­men: Stre­ben nach glo­ba­ler Do­mi­nanz und He­ge­mo­nie durch Stif­ten von Un­ei­nig­keit in Eu­ro­pa und der Welt so­wie be­son­de­re Ein­griffs- Rech­te im si­cher­heits­re­le­van­ten ei­ge­nen Hin­ter­hof. Hat in Ku­ba, Chi­le und Ni­ca­ra­gua schon pri­ma ge­klappt!

Wenn man von all dem nichts weiß oder wis­sen will, dann wird der Kopf wie­der klar, man weiß, wer die Bö­sen sind und der Tag hat Struk­tur!

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